Die Meldung auf Polnisch
Kardynał1 Grzegorz Ryś został nowym metropolitą2 Krakowa. Zastępuje arcybiskupa3 Marka Jędraszewskiego, który przeszedł na emeryturę. Kraków jest bardzo ważną diecezją4 w Polsce. Nowy arcybiskup ma wiele trudnych zadań: problemy finansowe, skandale5 w Kościele oraz coraz mniejszą liczbę wiernych6 i księży.
- kardynał (m.)
wysoki duchowny w Kościele katolickim, bliski współpracownik papieża ↩︎ - metropolita (m.)
arcybiskup kierujący ważną diecezją, często w dużym mieście ↩︎ - arcybiskup (m.)
biskup stojący najwyżej w hierarchii kościelnej w danym regionie ↩︎ - diecezja (f.)
teren, którym kieruje biskup w Kościele katolickim ↩︎ - skandal (m.)
głośne, szokujące wydarzenia wywołujące oburzenie ludzi ↩︎ - wierny (m.)
osoby należące do danego Kościoła, które w niego wierzą i praktykują ↩︎
Übersetzung
Textverständnis
Question 1: Wen hat Kardinal Grzegorz Ryś als Erzbischof von Krakau abgelöst?
Question 2: Nenne ein schwieriges Problem, mit dem sich der neue Erzbischof auseinandersetzen muss.
Lernwörter
| Polnisch | Deutsch |
|---|---|
| kardynał (m.) | |
| metropolita (m.) | |
| arcybiskup (m.) | |
| diecezja (f.) | |
| skandal (m.) | |
| wierny (m.) | |
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Die Meldung in voller Länge
Kardinal Grzegorz Ryś, bislang Erzbischof der zentralpolnischen Stadt Łódź, ist zum neuen Metropoliten von Krakau ernannt worden. Er folgt auf Erzbischof Marek Jędraszewski, der mit Erreichen der kirchlich festgelegten Altersgrenze von 75 Jahren in den Ruhestand geht. Die Entscheidung wurde von der Apostolischen Nuntiatur in Polen bekanntgegeben und von Papst Leon XIV. bestätigt, dem früheren Leiter der vatikanischen Behörde für Bischofsernennungen.
Die Erzdiözese Krakau gehört zu den bedeutendsten und reichsten Diözesen Polens. Sie hat auch eine hohe symbolische Strahlkraft: Einst stand ihr Karol Wojtyła vor, der spätere Papst Johannes Paul II. Entsprechend werten Kommentatoren die Wahl des neuen Metropoliten als wichtiges Signal für die künftige Ausrichtung der katholischen Kirche in Polen.
Der Publizist Tomasz Terlikowski spricht von einer klaren Fortsetzung der offeneren seelsorgerischen Linie, die zunächst mit Papst Franziskus und nun mit Papst Leon XIV. verbunden wird. Nach seiner Einschätzung hatten Teile der Polnischen Bischofskonferenz darauf gehofft, der Vatikan werde sich von diesem Kurs entfernen. Die Entsendung von Kardinal Ryś nach Krakau deute vielmehr darauf hin, dass das Papstamt an einem Führungsstil festhalten wolle, der auf Offenheit in Evangelisierung und Seelsorge setzt.
Andere Kirchenbeobachter betonen die praktischen Herausforderungen, die den neuen Erzbischof erwarten. Der Priester und Ethiker Andrzej Kobyliński hält es für möglich, dass eine der ersten Entscheidungen von Kardinal Ryś in Krakau die Einsetzung einer unabhängigen Kommission zur Untersuchung sexuellen Missbrauchs durch Kleriker in der Erzdiözese sein könnte – nach dem Vorbild des Gremiums, das er Anfang des Jahres in Łódź geschaffen hat. Ein solcher Schritt in einer so prominenten Diözese könnte nach Ansicht Kobylińskis maßgeblich beeinflussen, wie die Kirche in ganz Polen mit diesem Thema umgeht.
Kobyliński verweist zudem auf mehrere langfristige Probleme, denen sich der neue Metropolit stellen muss: eine wachsende Säkularisierung, die Debatten um den Religionsunterricht an Schulen, die Notwendigkeit, die Katechese in den Pfarreien zu stärken, und einen Rückgang der Priesterberufungen. Es handle sich, so betont er, um Fragen, für die es keine schnellen Lösungen gebe und die, wie er sagt, „harte Arbeit statt eines Zauberstabs“ erforderten.
Der Wechsel in Krakau hat auch eine finanzielle und organisatorische Dimension. Medien beschreiben die Erzdiözese Krakau als eine der wohlhabendsten Diözesen Polens, während viele andere Bistümer mit hohen Schulden kämpfen. Kommentatoren fragen, ob das reiche Erzbistum Krakau unter Kardinal Ryś in einem stärker „synodalen“ Kirchenmodell, das auf geteilte Verantwortung setzt, seine Unterstützung für ärmere Diözesen ausweiten wird.

Mit der Ernennung endet die Ära von Erzbischof Marek Jędraszewski, der die Krakauer Erzdiözese seit 2017 geleitet hatte. Seine Amtszeit war geprägt von einer ausgeprägt konservativen Haltung in moralischen und gesellschaftlichen Fragen und häufigen öffentlichen Stellungnahmen zu politischen Themen. Zu seinen umstrittensten Äußerungen gehörte die Bezeichnung der LGBT+-Community als „Regenbogenplage“, die in Polen wie im Ausland scharfe Kritik auslöste. Kritiker warfen ihm vor, gesellschaftliche und innerkirchliche Gräben zu vertiefen, während seine Anhänger ihn als Verteidiger der traditionellen katholischen Lehre würdigten.
Nach Einschätzung des Priesters und Kommentators Kazimierz Sowa wurden die Beziehungen innerhalb des Krakauer Klerus unter der Führung Jędraszewskis „sehr ungesund“. Die Ortskirche brauche nun eine Phase der „Heilung“ der inneren Beziehungen. Viele Priester in Krakau, so Sowa, dürften daher einen neuen Leiter mit anderem Stil begrüßen.
Sowa führt die lange Verzögerung bei der Ernennung eines Nachfolgers auf ein komplexes Ringen zwischen Vatikan, dem päpstlichen Nuntius in Polen und Erzbischof Jędraszewski zurück. Nach seiner Interpretation versuchte der frühere Erzbischof, den Auswahlprozess zugunsten von Kandidaten aus seinem Umfeld zu beeinflussen, während die kirchliche Führung in Rom sich letztlich für eine andere Richtung entschied. Medienberichte zufolge wurden vor der endgültigen Entscheidung mehrere Namen geprüft, darunter auch Bischof Sławomir Oder. Diese Darstellungen stützen sich allerdings auf journalistische und kircheninterne Einschätzungen; der Vatikan hat Einzelheiten des internen Verfahrens nicht bestätigt.
Wie die Ernennung im größeren kirchlichen Kontext zu deuten ist, sehen Kommentatoren unterschiedlich. Terlikowski spricht von einem deutlichen strategischen Signal von Papst Leon XIV., während Sowa eher zurückhaltend von einer wichtigen, aber „einzelnen Entscheidung“ spricht, die für sich genommen die gesamte polnische Kirche nicht umkrempeln könne. Beide beschreiben Kardinal Ryś allerdings als eine Persönlichkeit, die dem derzeitigen Pontifikat nahe steht, und als eine der einflussreichsten polnischen Stimmen in Rom.
Kardinal Ryś selbst gilt als sozial sensibel, zugleich lehramtstreu. Öffentlich trat er für Migranten und Geflüchtete ein und bat jüdische Gemeinden in Polen um Entschuldigung, nachdem ein polnischer Politiker mit antisemitischen Ausfällen aufgefallen war. Zugleich betonen mit ihm vertraute Priester, darunter Sowa, er sei theologisch keineswegs ein „Liberaler“ oder „Progressiver“, sondern ein traditioneller Katholik, der praktische Lösungen öffentlicher Polemik vorzieht.
Mit dem Wechsel von Łódź nach Krakau stellt sich auch eine neue Frage: Wer wird der nächste Metropolit von Łódź? Kirchenbeobachter spekulieren bereits über mögliche Kandidaten. In polnischen Medien fällt unter anderem der Name Kardinal Konrad Krajewski, langjähriger päpstlicher Almosenverwalter und zuständig für die karitativen Aktivitäten im Vatikan. Bislang handelt es sich jedoch nur um Spekulationen; weder die Erzdiözese Łódź noch der Vatikan haben eine Entscheidung bekanntgegeben.
Für Beobachter außerhalb Polens zeigt die Ernennung von Kardinal Ryś mehrere größere Linien auf: das Spannungsverhältnis zwischen konservativen und offeneren Strömungen innerhalb der polnischen Kirche, den anhaltenden Versuch, auf Fälle sexuellen Missbrauchs zu reagieren, und die Herausforderung, religiöse Praxis in einer zunehmend säkularen Gesellschaft zu erhalten. Wie der neue Metropolit diese Themen in Krakau angeht, dürfte sowohl in Polen als auch in der weiteren katholischen Welt aufmerksam verfolgt werden.
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Fortgeschritten: Berichte aus Polen
- Kardinal Grzegorz Ryś wird Metropolit von Krakau – Reaktionen auf die Entscheidung des Papstes (Interia.pl)
- Prof. Dr. habil. Anna Pacześniak und Bartosz Wieliński (TVN24.pl)
- Papst bestimmt Nachfolger von Erzbischof Jędraszewski – „Ein Beispiel für die Hilflosigkeit des Vatikans“ (Onet.pl)
- Das Ende der Ära von Erzbischof Jędraszewski: Krakau erhält einen neuen Metropoliten (Fakt.pl)
- Erzbischof Marek Jędraszewski verabschiedet sich von der Kurie – wer wird neuer Metropolit von Krakau? (Gazeta.pl)


