Die Meldung auf Kroatisch
Znanstvenici1 u Hrvatskoj kažu da je u Jadranskom moru sve više mikroplastike. U svakom uzorku2 morske vode pronađu sitne komadiće3 plastike. Ona dolazi, na primjer, iz odjeće tijekom4 pranja rublja. Mikroplastika ulazi u ribe i školjke5, pa može doći i na naše tanjure. Utjecaj6 na zdravlje ljudi još nije jasan.
- znanstvenik (m.)
osoba koja se bavi znanošću i istraživanjem u nekom području ↩︎ - uzorak (m.)
mali dio neke tvari ili skupine koji se uzima radi analize ili pregleda ↩︎ - komadić (m.)
vrlo mali dio nečega što je odlomljeno ili odsječeno od cjeline ↩︎ - tijekom
u razdoblju dok nešto traje, za vrijeme nečega ↩︎ - školjka (f.)
morska životinja s tvrdom ljušturom, jestiva ili ukrasna ↩︎ - utjecaj (m.)
djelovanje nečega ili nekoga na stanje, ponašanje ili razvoj drugoga ↩︎
Übersetzung
Textverständnis
Question 1: Wo finden kroatische Wissenschaftler winzige Plastikteilchen in der Adria?
Question 2: Wie kann Mikroplastik aus dem Meer schließlich zum Menschen gelangen?
Lernwörter
| Kroatisch | Deutsch |
|---|---|
| znanstvenik (m.) | |
| uzorak (m.) | |
| komadić (m.) | |
| tijekom | |
| školjka (f.) | |
| utjecaj (m.) | |
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Die Meldung in voller Länge
Wissenschaftler in Kroatien schlagen Alarm: Die Menge an Mikroplastik im Adriatischen Meer nimmt rasant zu. Neue Messreihen zeigen, dass in jeder untersuchten Wasserprobe winzige Plastikteilchen nachweisbar sind.
Nach Untersuchungen des Zentrums für Meeresforschung des Ruđer-Bošković-Instituts (IRB) in der Küstenstadt Rovinj liegt die durchschnittliche Konzentration von Mikroplastik in der Adria bei rund 250.000 Partikeln pro Quadratkilometer. In einigen Meeresgebieten rund um Rovinj stieg dieser Wert zeitweise sogar auf etwa 600.000 Partikel pro Quadratkilometer. Das bedeutet: An manchen Tagen treiben auf einer Wasserfläche in der Größe einer Kleinstadt weit über eine halbe Million Mikroplastikteilchen.
Der Meeresforscher Victor Stinga Perusco vom IRB-Zentrum in Rovinj berichtete im kroatischen Fernsehen, dass in seiner bisherigen Arbeit ausnahmslos jede einzelne Probe von Adriawasser Mikroplastik enthalten habe. Schon der Fund eines einzigen Teilchens gelte eigentlich als Alarmzeichen, erklärte er, denn idealerweise dürfte sich überhaupt kein Plastik in den Proben finden. Die Forscher weisen darauf hin, dass die Zahl der Partikel weiter zunimmt, weil ständig neues Plastik in die Umwelt gelangt.
Unter Mikroplastik versteht man winzige Plastikfragmente und -fasern, von denen viele mit bloßem Auge gar nicht zu erkennen sind. Ein beträchtlicher Teil dieser Fasern dürfte aus Privathaushalten stammen. Bei jedem Gang der Waschmaschine lösen sich aus synthetischer Kleidung mikroskopisch kleine Kunstfasern. Über das Abwasser gelangen sie in Kläranlagen, von dort in Flüsse – und schließlich auch ins Meer, einschließlich der Adria.
Einmal im Wasser, kann Mikroplastik von Meeresorganismen aufgenommen werden. In kroatischen Medien zitierte Studien zeigen, dass solche Partikel im Körper von Fischen und Meeresfrüchten nachgewiesen werden, etwa in Muscheln. Über die Nahrungskette können die Teilchen dann letztlich auf dem Teller von Menschen landen. Forscher verweisen zudem darauf, dass Mikroplastik an seiner Oberfläche weitere chemische Stoffe anlagern kann, darunter potenziell schädliche Schadstoffe, die so gemeinsam mit dem Plastik in marine Ökosysteme eingeschleppt werden.

Allerdings betonen Wissenschaftler immer wieder, dass die gesundheitlichen Folgen für den Menschen bislang nicht abschließend geklärt sind. Derzeit können Forscher vor allem belegen, dass Mikroplastik sowohl in der Umwelt als auch in bestimmten Meeresorganismen vorkommt – und sie sehen mögliche Risiken. Doch sie heben hervor, dass es langfristige, detaillierte Studien braucht, bevor sich belastbare Aussagen über konkrete Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit treffen lassen.
Das Ruđer-Bošković-Institut und andere kroatische Einrichtungen machen insbesondere rund um internationale Anlässe wie den Weltumwelttag auf das Problem aufmerksam. Im Rahmen globaler Kampagnen wie #BeatPlasticPollution verweisen IRB-Forscher auf Zahlen, nach denen jedes Jahr mehr als 11 Millionen Tonnen Plastik in die Gewässer der Erde gelangen, während sich zugleich rund 13 Millionen Tonnen in Böden ansammeln. Diese Entwicklung, warnen sie, stelle Ökosysteme weltweit vor ernste Herausforderungen – und damit letztlich auch die Lebensqualität der Menschen, nicht nur in Kroatien.
Die Forschung zu Mikroplastik beschränkt sich nicht auf die Adriaküste. In Zagreb untersuchen Experten am Institut für Meeres- und Umweltforschung das Problem auch in kroatischen Flüssen. Ein Projekt mit dem Namen PlastOrgAnoTox konzentriert sich auf den Fluss Krka, einen bekannten Wasserlauf in Dalmatien. Dort analysieren Wissenschaftler, wie Mikroplastik Fische und Muscheln beeinflusst und ob sich Plastikteilchen im Körper der Tiere von einem Organ in ein anderes verlagern können. So wollen sie verstehen, wie sich das Plastik im Inneren lebender Organismen verteilt.
Andere kroatische Arbeitsgruppen setzen fortgeschrittene Computermodelle ein, um die ökologischen Kosten der Plastikverschmutzung abzuschätzen. Diese Modelle sollen vorhersagen, wie Mikroplastik langfristig Wachstum, Stoffwechsel und Fortpflanzung verschiedener Arten beeinträchtigen könnte. Solche Simulationen, kombiniert mit Messdaten aus der Adria rund um Rovinj und aus Flüssen wie der Krka, sollen ein klareres Bild davon zeichnen, wie Plastik das Adriatische Meer und die Umwelt insgesamt verändert.
Darüber, dass die Verschmutzung durch Mikroplastik weit verbreitet ist und weiter zunimmt, sind sich kroatische Wissenschaftler einig. Zugleich betonen sie, wie unverzichtbar fundierte Forschung ist, um das Ausmaß des Problems zu erfassen und wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Ihre Erkenntnisse aus der Adria fließen in eine weltweite Debatte darüber ein, wie sich der Plastikkonsum senken, Abfall besser managen und Meeresökosysteme schützen lassen – Ökosysteme, die sowohl für die Menschen vor Ort als auch für den internationalen Tourismus von großer Bedeutung sind.
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Fortgeschritten: Berichte aus Kroatien
- Wissenschaftler über alarmierende Entdeckung in der Adria: „Alle von mir untersuchten Proben enthielten es – und die Zahl steigt …“ (Dnevnik.hr)
- Roviner Wissenschaftler: In allen von mir untersuchten Proben aus der Adria fand sich Mikroplastik (Index.hr)
- Dramatischer Anstieg von Mikroplastik im Adriatischen Meer: „Keine einzige Probe ohne Fund“ (24sata)
- Roviner Wissenschaftler warnt: „Es gibt keine einzige Wasserprobe aus der Adria ohne Mikroplastik“ (Glas Istre)


