Die Meldung auf Kroatisch
Hrvatska je ponovno uvela1 obveznu2 osnovnu vojnu obuku (TVO). Mladići od 18 godina moraju na dvomjesečnu3 obuku, a žene mogu ići dobrovoljno4. Polaznici uče vojničke vještine5, prvu pomoć i rade u timu. Tijekom obuke dobivaju plaću, uniformu i smještaj, a nakon toga mogu ostati u vojsci ili ići u pričuvu6.
- uvesti
početi primjenjivati nešto novo ili ponovno, početi koristiti neki zakon, pravilo ili običaj ↩︎ - obvezan
koji se mora ispuniti ili napraviti, nije dobrovoljan nego propisan kao dužnost ↩︎ - dvomjesečan
koji traje dva mjeseca ↩︎ - dobrovoljan
iz vlastite želje, bez prisile, jer to netko sam želi ↩︎ - vještina (f.)
ono što netko zna dobro raditi zahvaljujući znanju i vježbi ↩︎ - pričuva (f.)
skupina vojnika koja nije stalno u vojsci, ali može biti pozvana u službu kada zatreba ↩︎
Übersetzung
Textverständnis
Question 1: Wie lange dauert die Wehrgrundausbildung für junge Männer in Kroatien?
Question 2: Nenne zwei Leistungen, die die Teilnehmenden während der Ausbildung erhalten.
Lernwörter
| Kroatisch | Deutsch |
|---|---|
| uvesti | |
| obvezan | |
| dvomjesečan | |
| dobrovoljan | |
| vještina (f.) | |
| pričuva (f.) | |
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Die Meldung in voller Länge
Kroatien hat nach fast zwei Jahrzehnten seine verpflichtende militärische Grundausbildung wieder aufgenommen. Am Montag rückte eine erste Gruppe von rund 800 Rekrutinnen und Rekruten – junge Männer und Frauen – in drei kroatische Kasernen in Knin, Slunj und Požega ein, um ein zweimonatiges Ausbildungsprogramm zu beginnen.
Die Ausbildung, offiziell Temeljno vojno osposobljavanje (TVO) genannt, knüpft an das Ende der allgemeinen Wehrpflicht in den Jahren 2007–2008 an. Nach Angaben des kroatischen Verteidigungsministeriums sollen künftig jährlich bis zu 4000 Wehrpflichtige in fünf Gruppen in die Streitkräfte einberufen werden. Das bedeutet einen deutlichen Kurswechsel in der kroatischen Verteidigungspolitik – mit direkten Folgen für junge Erwachsene im ganzen Land.
Nach den neuen Regeln werden Männer im Jahr ihres 18. Geburtstags in das Militärregister eingetragen und können in diesem Jahr zum TVO einberufen werden. 2026 betrifft das Männer des Jahrgangs 2007. Auch etwas ältere Männer bis zum Alter von 30 Jahren können herangezogen werden, sofern sie bestimmte gesetzliche Kriterien erfüllen. Frauen sind nicht verpflichtet, dürfen aber freiwillig teilnehmen. Unter den 800 Teilnehmenden der ersten Gruppe sind Medienberichten zufolge 446 Freiwillige, darunter mehr als 80 Frauen, und rund 350 Männer im Pflichtdienst.
Das Verteidigungsministerium betont, dass nur ein kleiner Teil der Einberufenen von seinem Recht auf Kriegsdienstverweigerung Gebrauch gemacht hat. Wer aus moralischen oder religiösen Gründen keinen Militärdienst leisten kann, nimmt nicht am TVO teil. Stattdessen absolvieren diese Personen einen zivilen Ersatzdienst von drei bis vier Monaten in nicht-militärischen Einrichtungen.
Das zweimonatige TVO-Programm verbindet Theorie und Praxis. Die Rekrutinnen und Rekruten lernen grundlegende militärische Fertigkeiten, etwa den Umgang mit der persönlichen Waffe, den Einsatz moderner Ausrüstung wie Drohnen und Selbstverteidigung. Hinzu kommen Erste-Hilfe-Training und Unterricht zu zentralen militärischen Operationen aus dem kroatischen Unabhängigkeitskrieg der 1990er-Jahre. Ausbilder der Kroatischen Streitkräfte, die viel Erfahrung mit freiwilligen Wehrübungen haben, wollen vor allem Teamgeist, Disziplin und Verantwortungsbewusstsein vermitteln.
Der erste Tag in der Kaserne folgt einem festen Ablauf. Neuankömmlinge werden zunächst registriert, danach gehen sie in die Kammern, um Uniformen und Ausrüstung zu übernehmen. Zum Grundpaket gehören den Berichten zufolge Kampfstiefel, Hosen, Hemden und T‑Shirts, meist in doppelter Ausführung, außerdem zwei Jacken sowie Sportkleidung wie Trainingsanzug, Turnschuhe und Shorts. Danach räumen die Rekruten ihre Spinde ein, ziehen die Uniform an und beginnen, sich an den Tagesrhythmus des Kasernenlebens zu gewöhnen.
Der Chef des Generalstabs, General Tihomir Kundid, erklärte gegenüber kroatischen Medien, die Streitkräfte würden die Rekrutinnen und Rekruten Schritt für Schritt an die militärische Umgebung heranführen. Sie kämen direkt aus dem Zivilleben, deshalb seien die ersten Tage so geplant, dass Stress begrenzt und eine langsame Eingewöhnung an militärische Disziplin und Abläufe möglich sei. Nach Kundids Eindruck sind die jungen Leute hoch motiviert und aus seiner Sicht bereit, in den acht Ausbildungswochen die gesetzten Standards zu erreichen.

Kroatiens Vizepremier und Verteidigungsminister Ivan Anušić besuchte das Übungsgelände in Slunj, um rund 200 der ersten Rekruten zu begrüßen. Er sprach vom Start des TVO als einem wichtigen Meilenstein für das kroatische Verteidigungssystem und sagte, das Projekt sei etwa eineinhalb Jahre lang vorbereitet worden. Anušić hob die seiner Ansicht nach hohe Rücklaufquote hervor und dankte sowohl den Rekrutinnen und Rekruten als auch den Streitkräften für ihre Organisation. Sein Rat an die Teilnehmenden: genau zuzuhören – den Offizieren und Ausbildern –, um möglichst viel Wissen und Erfahrung mitzunehmen.
Auch einige Rekruten schilderten Journalistinnen und Journalisten ihre Erwartungen. Ein junger Mann berichtete, er bereite sich bereits seit dem vergangenen Herbst auf das TVO vor und fühle sich nun bereit. Ein anderer Rekrut, der in Deutschland lebt, aber kroatische Wurzeln hat, sagte, er sei freiwillig nach Kroatien gekommen, weil er in die kroatische Armee eintreten wolle. Er sehe die Ausbildung als Chance, seine Disziplin und seine Arbeitsgewohnheiten zu verbessern.
Während des TVO erhalten die Teilnehmenden eine Monatsvergütung von rund 1100 Euro netto, deren genaue Höhe von den lokalen Steuerregeln abhängt. Außerdem übernimmt der Staat Reisekosten und Urlaubszeiten. Für bereits Beschäftigte gilt die Ausbildungszeit als Arbeitszeit: Ihre Arbeitsverhältnisse ruhen, anstatt zu enden, das Einkommen bleibt in etwa gleich hoch und sie dürfen gesetzlich nicht wegen des Militärdienstes gekündigt werden. Zusätzlich erwerben sie zwei Monate anrechenbare Berufserfahrung in der Renten- und Arbeitslosenversicherung.
Die Finanzierung der wieder eingeführten Wehrgrundausbildung schlägt im Verteidigungshaushalt deutlich zu Buche. Das Verteidigungsministerium veranschlagt die jährlichen Kosten des TVO auf rund 23,7 Millionen Euro. Befürworter in Regierung und Militär argumentieren, diese Investition stärke die Landesverteidigung und vermittle jungen Menschen nützliche Kompetenzen – von Disziplin und Teamarbeit bis hin zur Vertrautheit mit Notfallabläufen. Zudem heben sie hervor, dass Absolventinnen und Absolventen des TVO bei Bewerbungen um feste Stellen in staatlichen Institutionen sowie in Kommunal- und Regionalverwaltungen unter gleichen Voraussetzungen bevorzugt berücksichtigt werden.
Nach Abschluss der zweimonatigen Ausbildung stehen den Rekrutinnen und Rekruten verschiedene Wege offen. Wer bleiben will, kann sich um eine Berufslaufbahn bei den Streitkräften bewerben und später eine Karriere in den Kroatischen Streitkräften aufbauen. Wer nicht in der Truppe bleibt, wird als ausgebildete Reservistin oder ausgebildeter Reservist in die Reserve übernommen. Befürworter sehen darin einen Weg, nach einer langen Phase ohne Wehrpflicht die Zahl der Bürgerinnen und Bürger mit grundlegender militärischer Ausbildung wieder zu erhöhen – General Kundid schätzt, dass in dieser Zeit rund 300.000 potenzielle Rekruten keinerlei derartige Schulung erhalten haben.
In der öffentlichen Debatte in Kroatien reicht das Meinungsspektrum zur Rückkehr der Pflichtausbildung von jenen, die sie als notwendig für Sicherheit und staatsbürgerliche Verantwortung ansehen, bis zu denjenigen, die sich wegen Kosten, persönlicher Freiheit und der Auswirkungen auf Berufs- und Studienpläne junger Menschen Sorgen machen. Die aktuellen Berichte kroatischer Medien konzentrieren sich vor allem auf den formalen Start des Programms, die Organisation der Ausbildung und die ersten Reaktionen der Rekrutinnen, Rekruten und Militärs – weniger auf grundsätzliche politische Kritik oder Unterstützung.
Für Beobachter außerhalb Kroatiens zeigt der Neustart des TVO, wie ein EU- und NATO-Mitgliedsstaat seine Verteidigungspolitik an eine veränderte Sicherheitslage anpasst. Zugleich wird sichtbar, wie ein kleines Land versucht, den Militärdienst mit Bildung, beruflichen Vorteilen und staatsbürgerlichen Pflichten der jungen Generation zu verknüpfen.
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Fortgeschritten: Berichte aus Kroatien
- Große Fotoreportage: Die ersten Rekruten in der Grundausbildung – in Slunj wurden sie besonders empfangen (Jutarnji list)
- Heute ziehen rund 800 Rekruten in die Kasernen ein – die Wehrpflicht ist nach 20 Jahren zurück (Index.hr)
- VIDEO: Anušić begrüßt erste Wehrpflichtige: „Ich will nur, dass ihr zuhört“ (Večernji list)
- Start der Wehrpflicht-Ausbildung: 800 Rekrutinnen und Rekruten einberufen – „Seit Oktober bin ich bereit“ (Dnevnik.hr)
- Diese Kroaten treten heute den Wehrdienst an – sehen Sie, was sie bekommen haben: „Sie sind absolut bereit!“ (Net.hr)


