Die Meldung auf Kroatisch
- uvesti
početi primjenjivati nešto novo ili ponovno, početi koristiti neku mjeru ili pravilo ↩︎ - obvezan
koji se mora izvršiti, nije dobrovoljan, nego je propisan kao dužnost ↩︎ - obuka (f.)
organizirano učenje i vježbanje za stjecanje posebnih znanja ili vještina, posebno za posao ili vojsku ↩︎ - naknada (f.)
novac ili drugo što se daje nekome kao plaća, odšteta ili nagrada za neki posao ili trošak ↩︎ - prigovor (m.)
izražavanje neslaganja s nečim, izrečena ili napisana primjedba protiv neke odluke ili postupka ↩︎ - savjest (f.)
unutarnji osjećaj za moralno ispravno i pogrešno, koji čovjeku govori je li nešto dobro ili loše ↩︎
Übersetzung
Textverständnis
Question 1: Wie lange dauert die militärische Ausbildung für die jungen Menschen, die einberufen wurden?
Question 2: Welche Möglichkeit haben junge Menschen, wenn sie aus Gewissensgründen keinen Militärdienst leisten wollen?
Lernwörter
| Kroatisch | Deutsch |
|---|---|
| uvesti | |
| obvezan | |
| obuka (f.) | |
| naknada (f.) | |
| prigovor (m.) | |
| savjest (f.) | |
6-wöchiger Email-Kurs (kostenlos)
Gerade erst mit Kroatisch angefangen? Erhalten Sie jede Woche eine einfache Lektion plus eine kurze Übung zum Festigen. Jetzt eintragen und direkt loslegen!

Die Meldung in voller Länge
Die kroatischen Streitkräfte haben bekannt gegeben, dass bislang mehr als 700 junge Menschen offizielle Einberufungsbescheide für eine grundlegende militärische Ausbildung erhalten haben, nachdem das Land beschlossen hat, diese Form des Pflichtdienstes wieder einzuführen.
Nach Angaben von Generalstabschef Tihomir Kundid haben bisher lediglich sieben Einberufene einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt, weil sie aus moralischen oder religiösen Gründen nicht an der militärischen Ausbildung teilnehmen wollen. Kroatische Medien werten diese Zahl als gering im Verhältnis zur Gesamtzahl der versandten Einladungen.
Das neue System beruht auf einem achtwöchigen Intensivkurs, der in Kasernen wie jenen in Knin, Slunj und Požega stattfinden soll. Der erste Jahrgang von Rekruten wird am 9. März in diese Einrichtungen einrücken. Die Teilnehmenden erwerben dort die Grundfertigkeiten eines Infanteristen, die sie später vertiefen können, wenn sie sich für die Reserve melden.
Kundid erläuterte, das Programm sei so angelegt, dass die Rekruten schrittweise an die „militärische Welt“ herangeführt werden. Er betonte, die Ausbildung solle nach seiner Einschätzung die Schul- und Berufsplanung der Betroffenen nicht gravierend beeinträchtigen, da sie nur rund zwei Monate dauere. Zugleich verwies er darauf, dass die jungen Leute, die direkt aus dem Zivilleben kommen, von Ausbildern betreut würden, die speziell für die Arbeit mit dieser Altersgruppe geschult seien – eine Aufgabe, die sich deutlich von der Ausbildung von Berufssoldaten unterscheide.
Alle Rekruten in den Kasernen werden nach Angaben der Armee mit Sturmgewehren des Typs VHS ausgerüstet, einer in Kroatien entwickelten Waffe. Während ihres Aufenthalts erhalten sie kostenlose Unterkunft und Verpflegung sowie eine steuerfreie pauschale Monatsvergütung von rund 1.100 Euro.

Die rechtliche Grundlage für die Reform wurde geschaffen, als der kroatische Sabor im Oktober 2025 das Verteidigungsgesetz änderte. Mit diesen Änderungen wurde eine verpflichtende militärische Grundausbildung für Bürgerinnen und Bürger bis zum Alter von 27 Jahren wieder eingeführt; in bestimmten Fällen ist eine Aufschiebung bis zum 30. Lebensjahr möglich. Das neue System verpflichtet jedoch nicht automatisch jede einberufene Person zu einem Kasernendienst; das kroatische Recht sieht mehrere Alternativen vor.
Eine der wichtigsten Alternativen ist das Recht auf Kriegsdienstverweigerung (priziv savjesti). Dieses Recht ist in Artikel 47 der kroatischen Verfassung verankert. Er garantiert Bürgerinnen und Bürgern, die aus religiösen oder moralischen Gründen keinen Militärdienst leisten wollen, dass sie stattdessen andere gesetzlich definierte Aufgaben übernehmen können. In der Praxis bedeutet das, dass sie zivilen Ersatzdienst beantragen können.
Der zivile Ersatzdienst wird vom Innenministerium und dem Katastrophen- und Bevölkerungsschutz organisiert oder von kommunalen und regionalen Behörden wie Städten, Gemeinden und Gespanschaften. Wer innerhalb der Strukturen des Bevölkerungsschutzes des Innenministeriums eingesetzt wird, arbeitet in der Regel drei Monate und erhält eine steuerfreie monatliche Aufwandsentschädigung von 340 Euro. Wer seinen Dienst in lokalen oder regionalen Verwaltungseinheiten leistet, arbeitet vier Monate und bekommt rund 170 Euro pro Monat, ebenfalls steuerfrei. Mehrere Medien weisen darauf hin, dass diese Beträge deutlich unter den Zahlungen liegen, die Rekruten für die militärische Ausbildung erhalten.
Nach dem Verteidigungsgesetz kann ein Antrag auf zivilen Ersatzdienst gestellt werden, sobald eine Person in das Militärregister aufgenommen und medizinisch sowie psychologisch untersucht worden ist. Der Antrag ist nicht nur zu Beginn des Verfahrens möglich, sondern auch später – sogar während der laufenden Dienstzeit. Die örtlichen Wehrersatzämter sind verpflichtet, neue Wehrpflichtige bei der Erstregistrierung über dieses Recht zu informieren.
Die Streitkräfte bezeichnen sich selbst als voll einsatzbereit für die Wiedereinführung der Grundausbildung. Kundid erklärte, die Ausbildungsstandorte seien entsprechend ausgestattet und sämtliche Ausbilder hätten eine besondere Schulung für die Arbeit mit jungen Menschen absolviert, die erstmals in das System eintreten. Kroatische Medien werten seine Aussagen als Versuch, potenzielle Rekruten zu beruhigen: Nach seiner Einschätzung hätten sie vor dem anstehenden Ausbildungszyklus „nichts zu befürchten“.
Während offizielle Stellen vor allem den Nutzen des Programms hervorheben – neue Fähigkeiten, finanzielle Unterstützung, eine klar strukturierte Ausbildung –, verweisen einige Berichte darauf, dass bislang nur eine kleine Zahl junger Menschen den Weg der Kriegsdienstverweigerung gewählt hat, obwohl dieser verfassungsrechtlich garantiert und gesetzlich präzise geregelt ist. Wie sich das Verhältnis von militärischem Dienst und zivilem Ersatzdienst in Zukunft entwickeln wird, bleibt in Kroatien ein Thema öffentlichen Interesses.
Info: Lernnachrichten Kroatisch ist ein Angebot von Lernen wir Kroatisch, einer Sprachschule für die kroatische Sprache, in der wir verschiedene Online-Kurse anbieten. Mit unseren Materialien unterstützen wir alle, die Kroatisch lernen möchten, unabhängig von ihrem Sprachniveau.
Fortgeschritten: Berichte aus Kroatien
- Veröffentlicht: So viele Einberufungsbescheide gab es – und so viele junge Menschen wollen nicht dienen (Index.hr)
- MORH verschickt über 700 Einberufungen an junge Kroaten – Zahl der Wehrdienstverweigerer schockiert (Net.hr)
- Jugendliche und Militärdienst: So viele wurden einberufen – und so viele wollen nicht dienen (Glas Istre)
- Veröffentlicht: So viele Einberufungsbefehle wurden verschickt – und so viele junge Menschen wollen nicht dienen (Dnevnik.hr)


