Kroatien nach 30 Jahren offiziell minenfrei erklärt

Lernnachrichten | 02.03.2026

Diese Ausgabe von Lernnachrichten Kroatisch berichtet über einen historischen Wandel auf dem Land: wie langfristige Kriegsgefahren endlich beseitigt wurden – und was das heute für Alltag, Landwirtschaft und Tourismus bedeutet.

Kroatien nach 30 Jahren offiziell minenfrei erklärt

Die Meldung auf Kroatisch

Hrvatska je službeno1 proglašena2 zemljom bez mina, gotovo 30 godina nakon rata. Uklonjene su sve mine i neeksplodirane3 bombe. Sada su sela i polja sigurni za život, poljoprivredu4 i turizam. Vlada modernizira5 sustav6 civilne zaštite kako bi ljudi dobili brzu pomoć u opasnim situacijama.

  1. službeno
    na način koji je povezan s državnim ili javnim institucijama; prema pravilima i propisima ↩︎
  2. proglasiti
    službeno objaviti da nešto ima određeni status ili naziv ↩︎
  3. neeksplodiran
    koji još nije eksplodirao, ali može eksplodirati ↩︎
  4. poljoprivreda  (f.)
    djelatnost uzgoja biljaka i životinja za hranu i druge proizvode ↩︎
  5. modernizirati
    učiniti nešto suvremenijim, boljim i učinkovitijim prema novim standardima ↩︎
  6. sustav  (m.)
    skup povezanih dijelova koji zajedno rade kao cjelina ↩︎

Übersetzung

Kroatien wurde offiziell zu einem minenfreien Land erklärt, fast 30 Jahre nach dem Krieg. Alle Minen und nicht explodierten Bomben wurden entfernt. Jetzt sind Dörfer und Felder sicher für das Leben, die Landwirtschaft und den Tourismus. Die Regierung modernisiert das System des Zivilschutzes, damit die Menschen in gefährlichen Situationen schnell Hilfe bekommen.

Textverständnis

Question 1: Was ist mit allen Minen und Blindgängern in Kroatien passiert?

Sie sind vollständig aus dem Land entfernt worden.

Question 2: Warum sind Dörfer und Felder in Kroatien jetzt sicher?

Sie sind sicher, weil die Minen und Blindgänger geräumt wurden.

Lernwörter

KroatischDeutsch
službeno offiziell
proglasiti verkünden
neeksplodiran nicht explodiert
poljoprivreda  (f.)Landwirtschaft
modernizirati modernisieren
sustav  (m.)System

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Die Meldung in voller Länge

Kroatien ist offiziell zu einem minenfreien Land erklärt worden – nahezu 30 Jahre nach dem Ende des Krieges in den 1990er‑Jahren. Die Bekanntgabe erfolgte durch Innenminister Davor Božinović bei den Feierlichkeiten zum Internationalen Tag des Zivilschutzes und zum Kroatischen Tag des Zivilschutzes in Zagreb.

Nach Angaben des Ministers hat Kroatien seine Verpflichtungen aus der Ottawa-Konvention erfüllt – jenem internationalen Abkommen, das die weltweite Abschaffung von Antipersonenminen zum Ziel hat. Insgesamt seien rund 107.000 Landminen und andere Sprengkörper sowie etwa 470.000 Blindgänger vom kroatischen Staatsgebiet entfernt worden.

Božinović bezeichnete das Ende der Minenräumung nicht nur als technische Meisterleistung, sondern auch als erfüllte moralische Pflicht gegenüber den Kriegsopfern, ihren Familien sowie den Entminern, die bei dieser Arbeit ums Leben kamen oder verletzt wurden. An dem jahrelangen Prozess waren kroatische Behörden, spezialisierte Fachleute und internationale Partner beteiligt.

Ein minenfreies Kroatien, so der Minister, eröffne dem Land neue Perspektiven. Ländliche Regionen, die lange als gefährlich galten, könnten nun wieder sicher für Landwirtschaft, regionale Entwicklung und Tourismus genutzt werden. Für Einwohner und Gäste seien Alltag und Reisen im Land nun spürbar sicherer.

Kroatien nach 30 Jahren offiziell minenfrei erklärt
Kroatien nach 30 Jahren offiziell minenfrei erklärt

Die Erklärung erfolgte im größeren Rahmen einer Feier zu Ehren der Zivilschutzdienste. Božinović betonte, dass die Einsatzkräfte des Zivilschutzes heute mit neuen Risikotypen konfrontiert sind – etwa mit häufiger auftretenden Naturkatastrophen, klimabedingten Notlagen und Bedrohungen für die kritische Infrastruktur. Ihre Aufgabe sei damit in mancher Hinsicht anspruchsvoller als früher.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, arbeitet Kroatien an der Modernisierung seines Zivilschutzsystems. Dazu gehören neue rechtliche Grundlagen und digitale Frühwarnsysteme, die die Bevölkerung im Gefahrenfall schnell informieren sollen. Der Minister beschrieb die Zivilschutzkräfte als entscheidende Schnittstelle zwischen Staat und Bürgern, insbesondere in Krisenzeiten.

Božinović hob außerdem Fortschritte bei den spezialisierten Rettungskapazitäten hervor. Kroatien verfügt inzwischen über sein erstes EU‑zertifiziertes ZivSchutz‑Modul für die speleologische Rettung, also komplexe Einsätze in Höhlen und unterirdischen Räumen. Dieses Modul, entwickelt mit der Expertise des Kroatischen Bergrettungsdienstes (HGSS) und der Zivilschutzdirektion, habe auf europäischer Ebene sehr gute Bewertungen erhalten.

Im Rahmen der weiteren Planungen wird die Zivilschutzdirektion einen Zivildienst für Menschen mit Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen organisieren. Durch Ausbildung und Schulung sollen diese Personen zu einer neuen Generation von Bürgern werden, die in Notlagen und Krisen richtig zu handeln wissen.

Bei der Zeremonie in Zagreb wurden Auszeichnungen und Ehrungen für besondere Leistungen bei Rettungseinsätzen, für Beiträge zur Weiterentwicklung des Zivilschutzsystems sowie für wissenschaftliche und fachliche Arbeiten auf diesem Gebiet verliehen. Offizielle Vertreter betonten, dass sich dank des Engagements dieser Dienste sowohl kroatische Bürger als auch ausländische Besucher besser darauf verlassen können, im Ernstfall Hilfe zu erhalten.

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