Kroatiens Boris Vujčić zum EZB-Vizepräsidenten gewählt

Lernnachrichten | 20.01.2026

In dieser Ausgabe von Lernnachrichten Kroatisch geht es um einen führenden kroatischen Ökonomen, der eine Schlüsselrolle bei der Europäischen Zentralbank übernimmt – und darum, was diese Entwicklung für Kroatiens Stellung im Euroraum bedeutet.

Kroatiens Boris Vujčić zum EZB-Vizepräsidenten gewählt

Die Meldung auf Kroatisch

Boris Vujčić, guverner1 Hrvatske narodne banke, izabran je za novog potpredsjednika2 Europske središnje3 banke. Zamijenit će Španjolca Luisa de Guindosa u lipnju. Hrvatska vlada kaže da je to velik uspjeh4 za Hrvatsku i priznanje5 njezinoj ulozi6 u europodručju.

  1. guverner  (m.)
    osoba na čelu važne državne ili financijske institucije, npr. središnje banke ↩︎
  2. potpredsjednik  (m.)
    osoba koja je odmah ispod predsjednika u hijerarhiji neke organizacije ili države ↩︎
  3. središnji
    koji je u sredini ili ima glavnu, najvažniju ulogu u nečemu ↩︎
  4. uspjeh  (m.)
    dobar rezultat nekog rada ili truda; ostvarenje cilja ↩︎
  5. priznanje  (n.)
    pozitivno vrednovanje ili pohvala za nečiji rad ili zasluge ↩︎
  6. uloga  (f.)
    funkcija ili zadatak koji neka osoba, organizacija ili država ima u određenoj situaciji ↩︎

Übersetzung

Boris Vujčić, der Gouverneur der Kroatischen Nationalbank, ist zum neuen Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank gewählt worden. Im Juni wird er den Spanier Luis de Guindos ablösen. Die kroatische Regierung erklärt, dass dies ein großer Erfolg für Kroatien und eine Anerkennung seiner Rolle im Euroraum ist.

Textverständnis

Question 1: Welche Position hat Boris Vujčić derzeit, bevor er neuer EZB‑Vizepräsident wird?

Er ist Gouverneur der Kroatischen Nationalbank.

Question 2: Wen wird Boris Vujčić als EZB‑Vizepräsident ablösen und wann soll der Wechsel erfolgen?

Er wird den Spanier Luis de Guindos im Juni ablösen.

Lernwörter

KroatischDeutsch
guverner  (m.)der Gouverneur
potpredsjednik  (m.)der Vizepräsident
središnji zentral
uspjeh  (m.)der Erfolg
priznanje  (n.)die Anerkennung
uloga  (f.)die Rolle

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Die Meldung in voller Länge

Der Gouverneur der Kroatischen Nationalbank, Boris Vujčić, ist von den Finanzministern der Eurozone als künftiger Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgewählt worden. Er soll den Spanier Luis de Guindos ablösen, dessen Mandat Ende Mai ausläuft. Die noch ausstehenden Zustimmungsschritte auf Ebene der Europäischen Union (EU) gelten weithin als Formsache.

Die Entscheidung fiel auf einer Sitzung der Eurogruppe, in der die Finanzminister der 21 Länder, die den Euro verwenden, zusammenkommen. Vujčić erreichte die nötige qualifizierte Mehrheit: die Unterstützung von mindestens 16 Eurostaaten, die zusammen mindestens 65 Prozent der Bevölkerung des Euroraums repräsentieren. Nach Angaben von Offiziellen waren mehrere Wahlrunden nötig, bevor er schließlich per Akklamation bestätigt wurde.

Insgesamt bewarben sich sechs Kandidaten um den Posten. Neben Vujčić standen Mario Centeno (Portugal), Martinš Kazaks (Lettland), Madis Mueller (Estland), Olli Rehn (Finnland) und Rimantas Šadžius (Litauen) zur Wahl. Die meisten von ihnen sind oder waren Notenbankchefs oder hochrangige Finanzbeamte in ihren Ländern. Berichten zufolge war Vujčićs letzter Gegenkandidat in der Schlussrunde der Finne Olli Rehn.

Nach der Entscheidung der Eurogruppe sollen die Finanzminister aller 27 EU-Mitgliedstaaten eine formelle Empfehlung an den Europäischen Rat richten, das Gremium der Staats- und Regierungschefs der EU. Bevor der Rat seine endgültige Entscheidung trifft, muss er sowohl die Europäische Zentralbank als auch das Europäische Parlament anhören. Die Bestätigung wird bei einem Gipfel des Europäischen Rates im März erwartet, Vujčić soll sein Amt am 1. Juni antreten.

Dem Direktorium der EZB gehören der Präsident, der Vizepräsident und vier weitere Mitglieder an. Sie werden vom Europäischen Rat für eine einmalige, nicht verlängerbare Amtszeit von acht Jahren ernannt. Alle müssen Staatsangehörige eines Euro-Landes sein und eine anerkannte fachliche Qualifikation sowie Berufserfahrung in Geld- oder Bankfragen vorweisen. Als Vizepräsident wird Vujčić an der Ausrichtung der Geldpolitik im Euroraum mitwirken und den Präsidenten an der Spitze einer der einflussreichsten Finanzinstitutionen der Welt unterstützen.

Mehrere kroatische Spitzenvertreter werteten die Nominierung als wichtiges Signal der Anerkennung – sowohl für Vujčić als auch für Kroatien. Ministerpräsident Andrej Plenković gratulierte ihm auf dem sozialen Netzwerk X und sprach von einem großen internationalen Erfolg und einer deutlichen Anerkennung des kroatischen Beitrags zur Eurozone. Plenković erklärte, die Regierung habe Vujčić offiziell vorgeschlagen und intensiv für seine Kandidatur geworben, und hob die Rolle von Finanzminister Marko Primorac sowie der kroatischen Diplomaten in Brüssel hervor.

Kroatiens Boris Vujčić zum EZB-Vizepräsidenten gewählt
Kroatiens Boris Vujčić zum EZB-Vizepräsidenten gewählt

Plenković und andere Regierungsmitglieder betonten zudem, Vujčić sei der erste Kandidat für das Amt des EZB-Vizepräsidenten aus den neuen EU-Mitgliedstaaten und der erste aus Mittel- und Osteuropa. Aus ihrer Sicht spiegelt seine Nominierung die Leistung Kroatiens als neues Mitglied der Eurozone wider: Das Land führte 2023 den Euro ein und hat nach ihrer Darstellung trotz weltweiter Turbulenzen wirtschaftliche und finanzielle Stabilität gewahrt.

Finanzminister Marko Primorac bezeichnete die Auswahl als großen Erfolg für Vujčić persönlich und für die Republik Kroatien insgesamt. Er verwies auf Vujčićs Ansehen in internationalen Finanzkreisen, seine Fachkompetenz und seine langjährige Erfahrung im Zentralbankwesen als Gründe, warum man ihm eine substanzielle Mitarbeit im Führungsgremium der EZB zutraut.

Für Kroatien bedeutet Vujčićs Wechsel, dass er nicht länger als Gouverneur der Kroatischen Nationalbank (HNB) amtieren wird. Damit stellt sich die Frage nach seiner Nachfolge, doch aus kroatischen Quellen sind bisher weder Namen möglicher Kandidaten noch ein genauer Zeitplan für die Neubesetzung bekannt.

Einige Medien in Kroatien rückten zudem den finanziellen Aspekt des EZB-Amtes in den Vordergrund. Öffentlich zugängliche Daten zeigen, dass das jährliche Bruttogrundgehalt des Vizepräsidenten bei etwas über 343.000 Euro liegt. Das geschätzte monatliche Nettoeinkommen beträgt rund 18.000 Euro – ohne verschiedene Zulagen etwa für Wohnung, Schulausbildung der Kinder und andere Leistungen, die die Gesamtvergütung weiter erhöhen können. Zum Vergleich: Vujčićs erklärtes monatliches Nettoeinkommen als HNB-Gouverneur wurde mit rund 7.835 Euro angegeben.

Aus gesamteuropäischer Sicht hob der Präsident der Eurogruppe, Kiriakos Pierakakis, hervor, dass eine Einigung bereits bei der ersten Sitzung bemerkenswert sei. Er erinnerte an frühere Personalentscheidungen, etwa 2012, als es Berichten zufolge mehrere Monate gedauert habe, bis ein Konsens gefunden war. Die schnelle Einigung wertete er als Zeichen wachsender institutioneller Reife im Euroraum.

Nach der endgültigen Bestätigung wird Boris Vujčić zu einem der entscheidenden Akteure der Geldpolitik im Euroraum. Für Beobachter außerhalb Kroatiens zeigt seine Ernennung, wie kleinere und jüngere EU-Mitgliedstaaten in den Institutionen, die die europäische Einheitswährung steuern, an Sichtbarkeit und Einfluss gewinnen können.

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