Die Meldung auf Kroatisch
- održavati se
događati se na određenom mjestu u određeno vrijeme ↩︎ - inicijativa (f.)
prijedlog ili organizirani pothvat kojim se želi nešto pokrenuti ili promijeniti ↩︎ - političar (m.)
osoba koja se profesionalno bavi politikom ↩︎ - poduzetnik (m.)
osoba koja vodi vlastitu tvrtku i organizira posao kako bi ostvarila dobit ↩︎ - energija (f.)
snaga koja se koristi za rad strojeva, grijanje, svjetlo i slično ↩︎ - ulaganje (n.)
stavljanje novca ili sredstava u neki posao kako bi se u budućnosti ostvarila dobit ↩︎
Übersetzung
Textverständnis
Question 1: Wer kommt zum Treffen der Drei-Meere-Initiative nach Dubrovnik?
Question 2: Was erhofft sich Kroatien von diesem Treffen?
Lernwörter
| Kroatisch | Deutsch |
|---|---|
| održavati se | |
| inicijativa (f.) | |
| političar (m.) | |
| poduzetnik (m.) | |
| energija (f.) | |
| ulaganje (n.) | |
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Die Meldung in voller Länge
Dubrovnik ist in dieser Woche zum Zentrum der Drei-Meere-Initiative (3SI) geworden: Politische Spitzenvertreter und Wirtschaftsdelegationen treffen sich dort zu einem zweitägigen Gipfel mit Wirtschaftsforum. Die Veranstaltung markiert den zehnten Jahrestag der Initiative und bringt das Projekt in die kroatische Küstenstadt zurück, in der 2016 der erste Gipfel stattgefunden hat.
Der kroatische Ministerpräsident Andrej Plenković erklärte, Kroatien sei zufrieden mit der von ihm als beispiellos bezeichneten Resonanz aus der Wirtschaft. Es werden rund 1300 bis 1500 Teilnehmer erwartet, davon etwa 85 Prozent aus Wirtschaft, Banken und Investmentsektor. Nach Regierungsangaben ist dies die bislang höchste Zahl an Unternehmensvertretern bei einem 3SI-Forum.
Führungskräfte und Delegierte globaler Konzerne wie Maersk, Mitsubishi, Siemens, Blackstone, Westinghouse und der Shimizu Corporation sollen teilnehmen. Erwartet wird außerdem eine umfangreiche Delegation aus den Vereinigten Staaten, darunter der US-Energieminister Chris Wright und die ranghohe Vertreterin des State Department Allison Hooker. Auch EU-Kommissare und weitere internationale Gäste stehen auf der Teilnehmerliste.
Die Drei-Meere-Initiative wurde 2015 auf gemeinsamen Vorschlag von Kroatien und Polen ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt steht der Ausbau von Verkehrs-, Energie- und Digitalinfrastruktur zwischen den EU-Mitgliedstaaten, die zwischen Ostsee, Adria und Schwarzem Meer liegen. Derzeit sind dreizehn EU-Länder beteiligt, strategische Partner sind unter anderem die Vereinigten Staaten, Deutschland und die Türkei.
Kroatien hat im vergangenen Jahr die Präsidentschaft der Initiative übernommen. Zu seinen Prioritäten zählt es, die parlamentarische Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten wiederzubeleben und die Beziehungen zu europäischen und internationalen Finanzinstitutionen zu vertiefen. Beim Gipfel in Dubrovnik soll eine Einigung über einen neuen Infrastrukturfonds erzielt werden, der in Zusammenarbeit mit der Europäischen Investitionsbank entsteht. Die kroatische Regierung hat die Kroatische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung angewiesen, 20 Millionen Euro in diesen Fonds einzubringen.
Der Gipfel ist außerdem mit dem bestehenden Drei-Meere-Investitionsfonds verknüpft, der bereits zwischen 1 und 1,3 Milliarden US-Dollar für Projekte in der Region eingeworben hat. Der Analyst Ian Brzezinski vom Atlantic Council, einer der frühen Vordenker des 3SI-Konzepts, bezeichnete die Initiative mittlerweile als ein „etabliertes Forum“, das politische Führungskräfte und Investoren aus aller Welt zusammenbringe. Der Fonds sei breit über die Region hinweg investiert und erwirtschafte, so Brzezinski, solide Renditen. Das stütze die These, dass privates Kapital mit Infrastrukturprojekten in Mittel- und Osteuropa Gewinne erzielen könne.

Als Beispiel für Infrastruktur im Sinne der Initiative nannte Brzezinski das kroatische LNG-Terminal auf der Insel Krk. Das dort ankommende Gas wird in andere Teile Europas weitergeleitet, was seiner Ansicht nach sowohl die wirtschaftliche Entwicklung als auch die Energiesicherheit der Region stärkt. Für Kroatien, so Brzezinski, schlagen sich die im Rahmen der 3SI geschaffenen, überregionalen Verbindungen direkt in Arbeitsplätzen und neuen Geschäftschancen nieder.
Gleichzeitig verweisen Brzezinski und andere Beobachter auf bestehende Herausforderungen. Zwar sei die internationale Wahrnehmung des wirtschaftlichen Potenzials der Region gewachsen, doch Kritiker bemängeln, dass die Zahl klar definierter, gemeinsamer grenzüberschreitender Projekte noch begrenzt sei. Brzezinski plädiert deshalb für ein ständiges Sekretariat der 3SI. Solange sich die Arbeit im Wesentlichen auf Jahrestreffen stütze, falle die Aktivität zwischen den Gipfeln wieder ab. Ein festes Büro könne die Region hingegen täglich bewerben, eine Datenbank von Investitionsprojekten pflegen und die Abstimmung in der Zeit zwischen den Treffen übernehmen.
Auch geografisch befindet sich die Initiative im Wandel. Kommentatoren weisen darauf hin, dass mit weiteren Teilnehmern die Bezeichnung „drei Meere“ wörtlich immer weniger zutrifft. Griechenland ist bereits beigetreten, und das italienische Parlament hat eine Mitgliedschaft – möglicherweise ab dem Gipfel im nächsten Jahr – einstimmig befürwortet. Außerdem wird über eine Ausweitung der Zusammenarbeit in Richtung arktische Region diskutiert, was die wirtschaftliche und geostrategische Bedeutung der Initiative weiter erhöhen würde.
Für Kroatien könnte diese Erweiterung besonders wichtig sein. Experten verweisen darauf, dass der Korridor von Dubrovnik nach Rijeka zu einem strategischen Verkehrsknoten werden könnte, falls die Infrastrukturpläne vorankommen und – wie einige Fachleute sagen – „kluge Politik“ betrieben wird. Allerdings sind nicht alle energiepolitischen Fragen in der Region gelöst. Die geplante südliche Gasverbindung zwischen Kroatien und Bosnien und Herzegowina ist weiterhin nicht endgültig vereinbart. Das Projekt, das die bosnische Gasinfrastruktur an das kroatische Netz anbinden soll, ist dem Vernehmen nach zu einem innenpolitischen Streitfall in Bosnien und Herzegowina geworden – unter anderem wegen Differenzen darüber, welches Unternehmen die Verteilung übernehmen soll. Die US-Diplomatie drängt offenbar auf weitere Gespräche, doch zu Beginn des Gipfels galt eine abschließende Einigung noch als offen.
Auf der Tagesordnung stehen zudem mehrere bilaterale Themen. Eines davon ist ein überarbeitetes Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Kroatien und den Vereinigten Staaten. Eine frühere Fassung war bereits vor einigen Jahren unterzeichnet worden, blieb jedoch im US-Ratifizierungsverfahren stecken. Kroatische Medien berichten nun, dass an einem aktualisierten Text gearbeitet werde, um die Zustimmung in Washington zu beschleunigen.
Das kroatische Fernsehen meldet außerdem ein großes mögliches US-Investitionsprojekt in Kroatien mit dem Arbeitstitel „Panteon“. Demnach geht es um den Bau eines großen Zentrums für Künstliche Intelligenz und Datenverarbeitung im kroatischen Binnenland, mit einem geschätzten Volumen von rund 50 Milliarden US-Dollar. Journalisten berichten, ein entsprechender Vertrag könne rund um den Gipfel unterzeichnet werden, auch wenn bislang keine offiziellen Details vorliegen. Kommentatoren stellen zugleich die Frage, ob die derzeitige Energiekapazität Kroatiens ausreichen würde, um eine derart große Anlage zu versorgen. Konkretere Informationen werden erwartet, sobald die Gespräche in Dubrovnik weiter voranschreiten.
Die Ereignisse dieser Woche fallen mit dem elften Drei-Meere-Gipfel zusammen. Vom ersten Treffen in Dubrovnik 2016 bis zur aktuellen Zusammenkunft 2026 hat sich die Initiative zu einer festen Plattform entwickelt, die die mittel- und osteuropäischen EU-Mitglieder mit Partnern in den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und darüber hinaus vernetzt. Während die Einschätzungen auseinandergehen, wie weit der Weg von hochrangigen Debatten zu vollständig realisierten Infrastrukturprojekten tatsächlich gediehen ist, deutet die starke Präsenz globaler Investoren und offizieller Vertreter beim diesjährigen Gipfel doch auf ein anhaltendes Interesse an der Rolle der Region als Brücke zwischen Nord und Süd, Ost und West in Europa hin.
Info: Lernnachrichten Kroatisch ist ein Angebot von „Lernen wir Kroatisch“, einer Sprachschule für Kroatisch, in der wir unter anderem den Kroatisch online Kurs anbieten. Wir sind auf das Unterrichten der kroatischen Sprache spezialisiert und stellen unterschiedliche Formate für online stattfindende Kurse zur Verfügung.
Fortgeschritten: Berichte aus Kroatien
- Plenković: 1.500 Unternehmer kommen nach Dubrovnik (Index.hr)
- Plenković: Rekordbeteiligung von Wirtschaftsvertretern beim Drei-Meere-Gipfel in Dubrovnik (Jutarnji list)
- Dubrovnik als Gastgeber eines wichtigen Gipfels – Ivana Petrović: „Am spannendsten ist ein äußerst wertvolles Investitionsprojekt für Kroatien: Das planen die USA.“ (Dnevnik.hr)


