Die Meldung auf Kroatisch
- stečaj (m.)
pravni postupak koji se pokreće kada poduzeće ili osoba više ne može plaćati svoje dugove ↩︎ - dug (m.)
novac ili druga obveza koju netko mora vratiti jer je posudio ili nije platio na vrijeme ↩︎ - preuzeti
uzeti na sebe brigu, odgovornost ili vlasništvo nad nečim ↩︎ - radnik (m.)
osoba koja radi za poslodavca i za to dobiva plaću ↩︎ - građanin (m.)
stanovnik grada ili države koji ima određena prava i dužnosti ↩︎ - rastužiti
učiniti nekoga tužnim, izazvati tugu kod nekoga ↩︎
Übersetzung
Textverständnis
Question 1: Warum wird das Nama-Kaufhausgebäude in Zagreb verkauft?
Question 2: Was muss der neue Käufer mit den Beschäftigten und den Waren tun?
Lernwörter
| Kroatisch | Deutsch |
|---|---|
| stečaj (m.) | |
| dug (m.) | |
| preuzeti | |
| radnik (m.) | |
| građanin (m.) | |
| rastužiti | |
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Die Meldung in voller Länge
Das traditionsreiche Zagreber Warenhaus Nama in der Ilica-Straße steht vor dem Aus und wird nicht weiter unter dem Namen Nama betrieben. Das bestätigte der gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter Damir Mikić. Auslöser ist das laufende Verfahren zum Verkauf des Gebäudes, eines bekannten Wahrzeichens im Herz der kroatischen Hauptstadt.
Das Kaufhaus in der Ilica 4–6, in kroatischen Medien oft als legendäres Warenhaus bezeichnet, war jahrzehntelang eng mit dem Alltagseinkauf in Zagreb verbunden. Für viele Einheimische verkörperte es die Ära der großen staatlichen Kaufhäuser im ehemaligen sozialistischen Jugoslawien. Heute jedoch befindet sich Nama d.d. in Insolvenz, und der Verkauf der wichtigsten Immobilien soll helfen, die offenen Verbindlichkeiten zu begleichen.
Die Firma Izbor šesti bot bei einer zweiten öffentlichen Auktion im November vergangenen Jahres rund 17,4 Millionen Euro für das Ilica-Gebäude und hat bereits eine Kaution von gut 5,1 Millionen Euro hinterlegt. Dennoch hat das Haus bislang noch keinen offiziellen neuen Eigentümer. Ein Verkauf wird erst rechtskräftig, wenn der Insolvenzrichter einen formalen Beschluss fasst und der komplette Kaufpreis überwiesen ist – samt mehrerer auflagenreicher Bedingungen, darunter die Übernahme von Belegschaft und Warenbestand.
Vor einer Bestätigung des Verkaufs wandte sich Richter Nikola Ribarić an drei öffentliche Stellen – den kroatischen Staat, die Stadt Zagreb und den Gespanschaftsbezirk Zagreb – und fragte, ob sie ihr Vorkaufsrecht an der Immobilie anstelle des privaten Bieters ausüben wollen. Laut der schriftlichen Antwort des Staates hat das Ministerium für Raumordnung, Bauwesen und Staatsvermögen entschieden, auf dieses Recht zu verzichten. Verwalter Mikić erklärte zudem, soweit ihm bekannt, hätten weder die Stadt Zagreb noch die Gespanschaft Zagreb ihr Vorkaufsrecht gezogen.
Zu Beginn dieser Woche stießen Kundinnen und Kunden beim Betreten des Hauses auf Plakate, die eine „Räumung wegen Schließung des Kaufhauses“ ankündigten – mit Rabatten von bis zu 30 Prozent. Die Poster, geschmückt mit einem blauen, mit Zagreb verknüpften „gebrochenen Herzen“, dankten den Kunden für ihre Treue in den vergangenen 140 Jahren und waren mit „Eure Nama“ unterzeichnet. Mikić betonte, diese Aktion sei von der Marketingabteilung von Nama im Rahmen des Insolvenzverfahrens gestartet worden, nicht vom möglichen Käufer.
Eine der zentralen Auflagen des Verkaufs betrifft die Zukunft der Belegschaft. Der künftige Eigentümer ist verpflichtet, rund 140 derzeitige Beschäftigte zu übernehmen sowie den vorhandenen Warenbestand für einen Zeitraum von zwei Jahren nach der Übergabe zu halten. Der Geschäftsbetrieb wird jedoch nicht mehr unter der Marke Nama weitergeführt; rechtlich verschwindet die Nama d.d. in Insolvenz damit aus der Innenstadt.

Das trifft auch die kleinere Filiale, im Volksmund „kleine Nama“ am Kvaternik-Platz genannt. Sobald der Verkauf des Ilica-Gebäudes abgeschlossen ist, soll auch für das Kaufhaus am Kvaternik-Platz ein ähnliches Verkaufsverfahren aufgelegt werden – im Wesentlichen zu den gleichen Bedingungen. Nach Angaben von Mikić schuldet Nama seinen Gläubigern noch rund 25 bis 30 Millionen Euro, die bislang nicht beglichen sind. Der Erlös aus dem Ilica-Verkauf allein wird nicht ausreichen, um alle Forderungen zu decken – auch deshalb muss das zweite Gebäude veräußert werden.
Die Firma Izbor šesti, im kroatischen Handelsregister geführt, hat ihren Sitz in Solin bei Split und ein Stammkapital von 2.500 Euro. Sie wurde 2025 von Nina Banović und Ivan Budalić gegründet, Geschäftsführer sind Andrija Banović und Ante Budalić. Kroatische Medien beschreiben die Familie Banović als frühere Eigentümer einer großen Optiker-Filialkette, während die Familie Budalić demnach im Immobiliengeschäft aktiv ist – mit Schwerpunkt auf Vermietung und Verwaltung von Gewerbeobjekten.
Konkrete Pläne zur künftigen Nutzung des Ilica-Gebäudes hat Izbor šesti bislang nicht öffentlich vorgelegt. Einige Medien zitieren Marktspekulationen, wonach nach Ablauf der zweijährigen Pflicht, den Status quo zu erhalten, internationale Modeketten wie Zara einziehen könnten. Der potenzielle Käufer soll mit solchen Marken bereits in einem anderen, früheren Kaufhaus in Split Erfahrung haben. Andere Gerüchte sehen in Teilen des Hauses irgendwann ein Boutique-Hotel. All dies bleibt jedoch unbestätigt – und ist durch den Denkmalschutzstatus des Gebäudes ohnehin eingeschränkt.
Das Nama-Haus in der Ilica zählt zu den markantesten Bauten Zagrebs aus dem späten 19. Jahrhundert. Ursprünglich war hier das österreichische Kaufhaus „Kastner & Öhler“ untergebracht. Auf Initiative des Städtischen Instituts für Denkmalpflege wurde das Gebäude in das kroatische Register der Kulturgüter eingetragen. Damit genießt es als einzelnes Kulturdenkmal eine vorläufige Unterschutzstellung für einen festgelegten Zeitraum.
Die Schutzauflagen schreiben die Erhaltung der historischen Fassade, der Gebäudehöhe, des Volumens und wesentlicher Innenstrukturen vor. Für Investoren entscheidend ist zudem, dass das Haus seinen gewerblichen beziehungsweise Einzelhandelscharakter behalten soll. Das schließt eine Nutzungsänderung nicht völlig aus, begrenzt aber weitreichende bauliche Eingriffe und eine vollständige Umwidmung in nicht primär kommerzielle Funktionen.
Für viele Einwohner markiert das Ende von Nama in der Ilica das Ende einer Epoche des kroatischen Einzelhandels. Aus Sicht von Stadtplanung und Denkmalschutz richtet sich der Blick nun darauf, wie der neue Eigentümer zeitgemäße kommerzielle Nutzung mit dem Denkmalstatus des Hauses und den Arbeitsplätzen der bisherigen Belegschaft in Einklang bringt. Die endgültige Entscheidung des Gerichts und die konkreten Pläne von Izbor šesti werden bestimmen, welche Rolle dieses Wahrzeichen künftig im Alltag der Zagreber Innenstadt spielt.
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