Die Meldung auf Polnisch
Polscy prokuratorzy1 poszukują Rosjanina Michaiła Mirgorodskiego. Jest podejrzany o organizowanie szpiegostwa2 i sabotażu3 w Polsce dla rosyjskich służb4. Mężczyzna miał kierować grupą przestępczą przez internet i komunikator Telegram. Grupa planowała m.in. ataki na ludzi, propagandę5 i wykolejenie6 pociągu, ale część działań zatrzymano.
- prokurator (m.)
urzędnik państwowy, który oskarża osoby o popełnienie przestępstwa przed sądem ↩︎ - szpiegostwo (n.)
tajne zbieranie informacji, zwykle dla obcego państwa, często w celach wojskowych lub politycznych ↩︎ - sabotaż (m.)
celowe niszczenie lub utrudnianie działań, aby zaszkodzić wrogowi lub organizacji ↩︎ - służba (f.)
instytucja lub organizacja wykonująca określone zadania dla państwa, np. wojsko, policja, wywiad ↩︎ - propaganda (f.)
działania polegające na rozpowszechnianiu informacji i opinii, często jednostronnych, aby wpływać na poglądy ludzi ↩︎ - wykolejenie (n.)
sytuacja, gdy pociąg wypada z torów i przestaje po nich jechać ↩︎
Übersetzung
Textverständnis
Question 1: Wessen wird Michaił Mirgorodski in Polen verdächtigt?
Question 2: Wie führte der Mann laut Zusammenfassung die kriminelle Gruppe an?
Lernwörter
| Polnisch | Deutsch |
|---|---|
| prokurator (m.) | |
| szpiegostwo (n.) | |
| sabotaż (m.) | |
| służba (f.) | |
| propaganda (f.) | |
| wykolejenie (n.) | |
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Die Meldung in voller Länge
Polnische Staatsanwälte haben eine Fahndungsnotiz gegen einen russischen Staatsbürger, Michaił Mirgorodski, herausgegeben. Er soll ein Netzwerk aufgebaut haben, das im Auftrag der russischen Sicherheitsdienste in Polen Spionage- und Sabotageaktionen durchgeführt hat.
Nach Angaben der Nationalen Staatsanwaltschaft in Warschau soll der 28‑Jährige im Jahr 2023 von Russland aus die Aktivitäten einer kriminellen Gruppe koordiniert haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gruppe für den russischen Inlandsgeheimdienst FSB arbeitete und auf polnischem Territorium aktiv war – obwohl Mirgorodski selbst nach bisherigen Erkenntnissen weder Polen noch ein anderes Schengen‑Land je betreten hat.
Die Staatsanwaltschaft erklärt, die Kommunikation habe nahezu vollständig online stattgefunden, vor allem über den Messengerdienst Telegram. Dort soll der mutmaßliche Organisator – unter mehreren Pseudonymen, von denen „Andrzej“ als das wichtigste beschrieben wird – Mitglieder angeworben, Aufträge erteilt und Zahlungen organisiert haben. Die Geldtransfers liefen demnach über Kryptowährungen; mit Hilfe von Daten aus Krypto‑Börsen und der öffentlichen Blockchain hätten Ermittler Teile der Geldströme nachvollzogen.
Die polnische Seite hat fünf Anklagepunkte gegen Mirgorodski formuliert. Dazu gehören der Aufbau und die Leitung einer kriminellen Vereinigung, die Steuerung der Aktivitäten eines ausländischen Nachrichtendienstes sowie der Versuch, ein Unglück im Landverkehr herbeizuführen. Weitere Vorwürfe betreffen das Aufstacheln zu Gewalt und Sachbeschädigung sowie die Finanzierung von Straftaten mit terroristischem Charakter. Diese Anklagepunkte beziehen sich auf die mutmaßlichen Pläne und Aktionen der Gruppe, nicht auf körperliche Aktivitäten Mirgorodskis in Polen selbst.
Nach Darstellung der Ermittler reichten die Aufgaben der Gruppe von vergleichsweise kleinen Propagandamissionen bis zu deutlich gefährlicheren Aktionen. Mitglieder sollen wenige US‑Dollar in Kryptowährung dafür erhalten haben, anti‑ukrainische Plakate zu kleben oder anti‑NATO‑Parolen zu verbreiten, während für das Installieren von Kameras, die heimlich Bilder aufzeichnen und übermitteln konnten, angeblich mehrere Hundert Dollar geboten wurden. In einigen Fällen seien laut Staatsanwaltschaft einfache Überwachungs‑Apps, wie sie Eltern zur Kontrolle ihrer Kinder nutzen, eingesetzt worden, um Videoströme von diesen Geräten zu übertragen.

Die Anklage wirft Mirgorodski außerdem vor, gezielt zu Angriffen auf Menschen aufgerufen zu haben. Die Gruppe soll angewiesen worden sein, Gewalt und Drohungen gegen ukrainische Staatsbürger und belarussische Oppositionelle in Polen einzusetzen – bis hin zu angeordneten Prügelattacken und der Zerstörung von Eigentum. Aus polnischer Sicht sind diese Taten Teil eines breiteren Versuchs, Bevölkerungsgruppen einzuschüchtern, die als kritisch gegenüber den russischen Behörden gelten.
Der schwerwiegendste Vorwurf betrifft einen mutmaßlichen Plan, in Polen einen Zug entgleisen zu lassen. Mirgorodski soll zwei führenden Mitgliedern der Gruppe bis zu 10.000 US‑Dollar in Kryptowährung für die Durchführung dieser Sabotage versprochen haben. Die geplante Aktion wurde jedoch nicht vollendet. Die polnischen Behörden erklären, sie sei im Juni 2023 durch ein gemeinsames Vorgehen der Agentur für Innere Sicherheit (ABW) und der Staatsanwaltschaft verhindert worden. Offizielle Stellen haben diesen vereitelten Anschlag öffentlich mit einer Serie jüngerer Sabotageakte gegen die polnische Eisenbahninfrastruktur in Verbindung gebracht, zugleich jedoch betont, dass die Ermittlungen noch andauern.
Im Rahmen der Operation 2023 nahm die ABW in Polen rund sechzehn Personen fest, überwiegend ukrainische und belarussische Staatsbürger. In mehreren abgeschlossenen Verfahren haben Gerichte bereits rechtskräftige Urteile gefällt. Viele Festgenommene hätten ihre Beteiligung eingeräumt und geschildert, wie sie mutmaßlich über Telegram angeworben worden seien, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Auf den sichergestellten Mobiltelefonen fanden Ermittler Chat‑Protokolle und in einigen Fällen auch Sprachaufnahmen, die nach ihrer Einschätzung auf einen einzigen anonymen Koordinator im Ausland verweisen.
In der breiter angelegten Untersuchung richten sich die Ermittlungen inzwischen gegen insgesamt acht Verdächtige: drei Belarusen, zwei Russen (darunter Mirgorodski) sowie je einen Staatsbürger der Ukraine, Polens und Litauens. Mehrere der Beschuldigten halten sich derzeit nicht in Polen auf, was es bislang unmöglich mache, ihnen die Vorwürfe formell zuzustellen, so die Staatsanwaltschaft. In parallelen Verfahren haben die polnischen Behörden zudem ein Gericht in Warschau ersucht, für zwei ukrainische Staatsbürger, die verdächtigt werden, im November eigenständige Sabotageakte gegen Eisenbahninfrastruktur verübt zu haben, einen Europäischen Haftbefehl zu erlassen.
Da Mirgorodski sich nach Überzeugung der Ermittler im Ausland aufhält, wurde eine landesweite Fahndung eingeleitet; ein Gericht ordnete zudem seine Untersuchungshaft für den Fall an, dass er gefasst wird. Die polnische Staatsanwaltschaft arbeitet nun daran, eine Interpol‑Ausschreibung (Red Notice) zu erwirken. Diese würde die Mitgliedsstaaten auffordern, Mirgorodski zu lokalisieren und – wenn möglich – festzunehmen, um eine Auslieferung zu ermöglichen. Zum Zeitpunkt der Bekanntmachungen lagen weder öffentliche Stellungnahmen russischer Behörden zu den polnischen Vorwürfen vor noch unabhängige Berichte über Mirgorodskis aktuellen Aufenthaltsort.
Der Fall spielt sich vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Polen und Russland seit dem russischen Großangriff auf die Ukraine im Jahr 2022 ab. Polnische Sicherheitsbehörden warnen seit Längerem vor erhöhter Spionage‑ und Desinformationsaktivität auf polnischem Boden. Für internationale Beobachter und Sprachlernende, die polnische Nachrichten verfolgen, zeigt die Affäre um Mirgorodski, wie moderne mutmaßliche Geheimdienstoperationen online‑Recruiting, verschlüsselte Kommunikation und Zahlungen in Kryptowährungen mit klassischen Zielen wie Sabotage, Einschüchterung und Propaganda verbinden können.
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