Die Meldung auf Griechisch
- έκρηξη (f.)
ξαφνική και δυνατή απελευθέρωση ενέργειας που προκαλεί θόρυβο, φωτιά ή καταστροφή ↩︎ - αρχή (f.)
οι δημόσιες υπηρεσίες και οι υπεύθυνοι οργανισμοί που διοικούν και ελέγχουν κάτι ↩︎ - έρευνα (f.)
συστηματικός έλεγχος ή μελέτη για να βρεθεί η αλήθεια ή νέες πληροφορίες ↩︎ - ιδιοκτήτης (m.)
άτομο που έχει κάτι δικό του, που το κατέχει νόμιμα ↩︎ - ανακριτής (m.)
δικαστικός υπάλληλος που ερευνά εγκλήματα και παίρνει καταθέσεις ↩︎ - ασφάλεια (f.)
κατάσταση όπου δεν υπάρχει κίνδυνος ή μέτρα που προστατεύουν από τον κίνδυνο ↩︎
Übersetzung
Textverständnis
Question 1: Was ist in der Keksfabrik in Thessalien Schlimmes passiert, und welches Schicksal erlitten fünf Frauen?
Question 2: Warum wurde die zweite Fabrik desselben Eigentümers von den Behörden geschlossen?
Lernwörter
| Griechisch | Deutsch |
|---|---|
| έκρηξη (f.) | |
| αρχή (f.) | |
| έρευνα (f.) | |
| ιδιοκτήτης (m.) | |
| ανακριτής (m.) | |
| ασφάλεια (f.) | |
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Die Meldung in voller Länge
Die griechischen Behörden haben vorübergehend eine zweite Keksfabrik geschlossen, die dem Inhaber der Firma Violanda zugerechnet wird. Hintergrund sind laufende Ermittlungen zu der tödlichen Explosion im Hauptwerk des Unternehmens im zentralgriechischen Trikala.
Der Eigentümer von Violanda wurde vorgeladen, um vor einem Untersuchungsrichter in Trikala auszusagen. Ihm werden schwere Straftaten zur Last gelegt, darunter der Vorwurf der fahrlässigen Tötung mit möglichem Eventualvorsatz im Zusammenhang mit der Explosion, bei der fünf Arbeiterinnen ums Leben kamen. Seine Anwälte werden voraussichtlich eine Fristverlängerung um 24 oder 48 Stunden beantragen, um die umfangreiche Akte zu prüfen. Darin sollen sich rund fünfzig Zeugenaussagen, Gutachten sowie Video- und Fotomaterial der Brandursachenermittler der Feuerwehr befinden.
Nach Berichten griechischer Medien will der Inhaber argumentieren, er habe sich an die gesetzlichen Vorgaben gehalten und die Verantwortung müsse mit den Ingenieuren und technischen Beratern geteilt werden, die Studien und Genehmigungen für die Anlagen des Werks abgezeichnet haben. Die Verteidigung will insbesondere die Rolle des Vermessungsingenieurs hervorheben, der das Kellergeschoss nicht angegeben haben soll, sowie der Maschinenbauingenieure, die die Verlegung von Gasleitungen im Kellerbereich gebilligt hätten, obwohl nicht alle gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen vorhanden gewesen seien.
Parallel zu der Explosionsermittlung nehmen die Behörden inzwischen auch die übrigen Firmen des Unternehmers unter die Lupe. Am Wochenende meldete ein Bürger ungewöhnliche Aushubarbeiten auf dem Gelände einer weiteren Fabrik desselben Unternehmers, die jedoch unter einer anderen Steuernummer geführt wird. Die Polizei rückte an, und auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden alle Arbeiten eingestellt.
Am Montag führten Kontrolleure der Region Thessalien und der Feuerwehr in diesem zweiten Werk, das unter dem Markennamen VITAFREE – Hellenic Biscuit Industry S.A. firmiert und nahe dem Dorf Taxiarches an der Nationalstraße Trikala–Larissa liegt, eine Sicherheitsüberprüfung durch. Daraufhin erließ die Regionalbehörde einen Beschluss zur vorübergehenden Stilllegung des Betriebs und ordnete insbesondere an, die Produktionslinien sowie die Flüssiggasanlagen außer Betrieb zu nehmen.
In der offiziellen Begründung ist von einem „unmittelbaren Risiko für die Sicherheit der Anlagen und der Beschäftigten“ die Rede. Das Werk verfügte demnach weder über gültige Prüfbescheinigungen für die Gastanks noch über ein Brandschutzzertifikat oder einen Nachweis, dass eine Brandschutzstudie ordnungsgemäß eingereicht worden sei. Auf Grundlage der griechischen Industriegesetze konnte die Region deshalb eine vorläufige Betriebseinstellung nach Artikel 29 des Gesetzes 3982/2011 anordnen. Das Unternehmen hat das Recht, binnen fünfzehn Tagen Rechtsmittel gegen die Entscheidung einzulegen.
Die zweite Fabrik hatte zuvor angekündigt, am Montag den Betrieb ruhen zu lassen, um „technische Außenarbeiten“ durchzuführen. Die Regionalbehörde kam jedoch zu dem Schluss, dass die Sicherheitsdokumentation unzureichend sei, und verhängte die Stilllegung aus präventiven Sicherheitsgründen.

Im Hauptwerk von Violanda in Trikala ist das Strafverfahren inzwischen in die Phase der förmlichen gerichtlichen Untersuchung eingetreten. Die Akte liegt nun beim leitenden Staatsanwalt von Trikala, der festlegen wird, in welche Richtung die Ermittlungen weitergehen und welche zusätzlichen Zeugen geladen werden müssen, um zu klären, wie der Betrieb im Alltag tatsächlich organisiert war.
Zeugenaussagen zufolge hatte die Werksleitung zwei Angebote von technischen Beratern erhalten, um mögliche Schwachstellen an der Gasanlage zu beseitigen. Demnach ließ das Unternehmen die Arbeiten jedoch nicht ausführen – offenbar wegen der Kosten und weil dafür die Produktion für etwa eine Woche hätte unterbrochen werden müssen. Diese Vorwürfe sollen im Zuge der weiteren Ermittlungen vertieft geprüft werden.
Parallel dazu analysieren Sachverständige die möglichen technischen Ursachen des Unglücks. Der pensionierte Feuerwehr-Lieutenantgeneral und Chemieprofessor Michalis Chalaris sagte im griechischen Staatsfernsehen, das Propangas sei offenbar in einer Menge ausgetreten, die vom Sicherheitsventil des Tanks nicht erfasst wurde – ein gravierendes Sicherheitsdefizit. Zudem stelle sich die Frage, wie die Leitung verlegt worden sei und ob sie über ausreichenden Schutz und geeignete Materialien verfügt habe.
Chalaris plädiert dafür, den Vorfall als Fallstudie zu nutzen, um die griechischen Vorschriften für Leitungs- und Verteilungssysteme von Propan, Flüssiggas und Butan zu überarbeiten. Er fordert eine „ganzheitliche“ Modernisierung der nationalen Gesetzgebung, einschließlich moderner Sensoren und Überwachungssysteme, die selbst geringste Gasaustritte wahrnehmen können. Das derzeitige Regelwerk für derartige Anlagen sei, so Chalaris, veraltet.
Die Familien der Opfer verfolgen das Verfahren aufmerksam. Der Anwalt Christos Patounas, der einige von ihnen vertritt, erklärte, sie erhielten nun erstmals vollständigen Zugang zur Ermittlungsakte. Er verwies auf Dokumente, die auf der staatlichen Transparenzplattform Diavgeia veröffentlicht wurden und denen zufolge das Werk in Trikala lediglich über eine befristete Betriebsgenehmigung verfügt habe, die im Februar 2020 für zwei Jahre erteilt worden sei.
Diese Genehmigung habe das Unternehmen demnach verpflichtet, die Gastanks um zwei Meter weiter von der Grundstücksgrenze abzurücken – also von 5,5 auf 7,5 Meter. Patounas behauptet, diese Umsetzung samt der vorgesehenen Erneuerung korrodierter Leitungen sei nie erfolgt. Auf Diavgeia fänden sich zudem nach Februar 2022 weder eine Verlängerung oder Erneuerung noch ein offizieller Aufhebungsbeschluss der Genehmigung. Hätten die Auflagen erfüllt vorgelegen, so der Anwalt, wäre das Unglück möglicherweise zu verhindern gewesen – seine Schlussfolgerungen stünden jedoch unter dem Vorbehalt der vollständigen gerichtlichen Aktenlage.
Patounas stellte außerdem die Rolle der lokalen Entwicklungsbehörde in Trikala infrage, die die befristete Genehmigung erteilt hatte und seiner Ansicht nach aktiv werden musste, als die Zweijahresfrist ablief. Nach griechischem Verwaltungsrecht kann die Nichterfüllung von Auflagen zur teilweisen oder vollständigen Betriebseinstellung führen. Ob und in welcher Form diese Verfahren tatsächlich eingeleitet wurden, ist nun Teil der umfassenderen Untersuchung.
Während sich der Inhaber auf seine Aussage vorbereitet und die Kontrollen auf weitere Werke ausgeweitet werden, versuchen Staatsanwälte, Fachleute und Anwälte zu rekonstruieren, wie die Sicherheitsvorschriften in der Praxis gehandhabt wurden – und ob Versäumnisse bei Aufsicht, Planung oder unternehmerischen Entscheidungen zur fatalen Explosion beigetragen haben. Endgültige Schlüsse werden erst möglich sein, wenn die gerichtliche Untersuchung abgeschlossen und alle technischen Gutachten vorgelegt sind.
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