Die Meldung auf Kroatisch
U Zagrebu je predstavljena1 nova politička2 stranka Drito. Predvodi je saborska zastupnica3 Marija Selak Raspudić. Stranka želi poštenu politiku bez korupcije te novi, umjereni politički centar. Bavi se gospodarstvom4, manjim porezima, povratkom iseljenika5 i digitalnim6 temama. Uključuje različite ljude i želi privući mlade birače.
- predstaviti
nekome prvi put pokazati ili opisati osobu, stvar ili ideju kako bi drugi saznali tko ili što je to ↩︎ - politički
koji se odnosi na politiku, državnu vlast ili vođenje države ↩︎ - zastupnica (f.)
žena koja službeno predstavlja i brani interese neke skupine ili birača u parlamentu ili drugom tijelu ↩︎ - gospodarstvo (n.)
ukupnost proizvodnje, trgovine i usluga u jednoj državi ili području ↩︎ - iseljenik (m.)
osoba koja je otišla živjeti i raditi u drugu državu ↩︎ - digitalan
koji je povezan s računalima, internetom ili tehnologijom koja koristi podatke u elektroničkom obliku ↩︎
Übersetzung
Textverständnis
Question 1: Wer führt die neue politische Partei Drito an?
Question 2: Welche Wählergruppe möchte die Partei besonders ansprechen?
Lernwörter
| Kroatisch | Deutsch |
|---|---|
| predstaviti | |
| politički | |
| zastupnica (f.) | |
| gospodarstvo (n.) | |
| iseljenik (m.) | |
| digitalan | |
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Die Meldung in voller Länge
In Zagreb ist eine neue kroatische Partei mit dem Namen Drito offiziell vorgestellt worden. Parteivorsitzende ist die Parlamentsabgeordnete Marija Selak Raspudić. Die Partei war zuvor unter ihrem eigenen Namen registriert und tritt nun mit neuem Titel und einer veröffentlichten programmatischen Erklärung auf, in der sie ihre politischen Ziele formuliert.
Selak Raspudić erklärte, Drito wolle Menschen sammeln, die einen ernsthaften „politischen Kampf“ fortsetzen möchten und kein Interesse an dem haben, was man in Kroatien gern „žetoniziranje i pretrčavanje“ nennt – eine umgangssprachliche Bezeichnung für Abgeordnete, die die Fraktion wechseln oder Regierungen im Gegenzug für persönliche Vorteile stützen. Ihre Partei wolle zeigen, dass kroatische Politik nicht auf solches Verhalten beschränkt sei und dass es Raum für neue Menschen und neue Ideen gebe.
Der neue Name „Drito“ geht auf ein kroatisches Umgangswort zurück, das sinngemäß „geradewegs“ oder „direkt“ bedeutet. Selak Raspudić und ihr Mann, der Abgeordnete Nino Raspudić, erklärten, die Inspiration sei der bekannte kroatische Architekt Nikola Bašić gewesen. In ihrer beruflichen Korrespondenz habe Bašić E-Mails mit der Wendung „stojte mi drito“ beendet, was sie als Aufforderung verstanden, in schwierigen Zeiten aufrecht zu bleiben und direkt zu handeln. Mit der Zeit sei das Wort zu einem internen Motto der politischen Gruppe geworden – und schließlich zum Namen der Partei.
In der Hauptstadt sind bereits Plakate mit dem neuen Auftritt und dem Slogan „Ni Pavelić ni Tito, samo Drito“ zu sehen. Die Zeile spielt auf Ante Pavelić, den Führer des faschistischen Regimes im Zweiten Weltkrieg, und auf Josip Broz Tito, den kommunistischen Staatschef des sozialistischen Jugoslawien, an. Mit diesem Motto wolle sich die Parteiführung sowohl von rechtsradikalen als auch von linksradikalen geschichtlichen Traditionslinien distanzieren und sich in einem gemäßigten politischen Zentrum verorten.
Die Namenswahl hat Fragen aufgeworfen, weil Drito auch der Name eines populären kroatischen Musikfestivals ist. Journalisten wollten wissen, ob die Partei einen Rechtsstreit fürchte. Selak Raspudić entgegnete, die Partei sei nicht nach dem Festival benannt; beide nutzten lediglich ein gängiges kroatisches Wort. Sie zog den Vergleich zu anderen Parteien, die alltägliche Substantive tragen – etwa Centar (Zentrum), Most (Brücke), Glas (Stimme) oder Fokus – und erklärte, Juristen hätten die Lage geprüft und keinen rechtlichen Konflikt festgestellt.
In ihrer Erklärung verwendet Drito deutliche Worte, um die eigene Rolle in der nationalen Politik zu beschreiben. Die Partei präsentiert sich als Herausforderung für eine angeblich seit Langem verfestigte Spaltung in linke und rechte Blöcke. Das Dokument arbeitet mit einem biblischen Bild und stellt die Partei als „Stein aus Davids Schleuder“ dar, der auf ein korruptes politisches System zielt. Dieses Bild unterstreicht den Anspruch, als frische Alternative zu einer „rot‑schwarzen“ Parteienlandschaft aufzutreten, die von zwei großen Lagern dominiert wird. Solche Formulierungen spiegeln die eigene Sicht der Partei auf die kroatische Politik wider; andere Parteien beurteilen Zustand von Demokratie und Korruption im Land teils anders.

In der Sachpolitik nannte der Vizevorsitzende Pero Guberac, der sowohl unternehmerische Erfahrung als auch eine Tätigkeit im Krankenhauswesen vorweisen kann, mehrere Schwerpunkte. Dazu zählen niedrigere Steuerlasten, eine kleinere Rolle des Staates in der Wirtschaft sowie Maßnahmen, um die Rückkehr kroatischer Auswanderer zu fördern – insbesondere in die ostkroatische Region Slawonien, die von Abwanderung und wirtschaftlichen Problemen geprägt ist. Guberac verwies auf ungenutzte landwirtschaftliche Flächen in slavonischen Dörfern und argumentierte, Kroatien müsse bei der Erzeugung gesunder Lebensmittel selbstständiger und widerstandsfähiger werden.
Nino Raspudić, früher Universitätsdozent und Medienkommentator, heute Abgeordneter, sagte gegenüber Reporterinnen und Reportern, die Partei wolle sich „konkreten, aktuellen Problemen“ widmen – dazu zählten auch Chancen und Risiken digitaler Technologien. Drito sei die letzte Etappe in der politischen Organisation eines Teams, das zuvor bei nationalen und kommunalen Wahlen als unabhängige Liste angetreten sei und dort beachtliche, wenn auch nicht dominierende Ergebnisse erzielt habe. Mit klarem Namen, einheitlichem Erscheinungsbild und einer formellen Erklärung sei Drito nun bereit, als „relevante politische Kraft“ aufzutreten.
Die Parteispitze stellt Drito als Bewegung dar, die einen Querschnitt der kroatischen Gesellschaft abbilden soll. Neben dem führenden Paar gehören dazu Vizepräsident Guberac, die Parteisekretärin Dragana Turkalj, Lehrerin für Kroatisch und Tschechisch, sowie mehrere lokale Vertreterinnen und Vertreter. Diese kommen aus sehr unterschiedlichen Bereichen – von Hochschulmitarbeitenden und Marktforschungsprofis über Ingenieure und Manager bis hin zu ehemaligen Leistungssportlern. Die Partei betont diese Vielfalt als Beleg dafür, dass sie nicht auf eine einzelne soziale oder Berufsgruppe verengt sei.
In der Stadtverordnetenversammlung von Zagreb ist Drito durch Mitglieder wie Josip Periša, Mislav Krasić, Eliška Djokićova und Milka Rimac Bilušić vertreten. Ihre beruflichen Hintergründe reichen von Philosophie, Volkswirtschaft und internationalen Beziehungen bis zu Personalwesen und Finanzanalyse. Auf regionaler Ebene ist Drito im Gesamtbezirk Zagreb sowie in der Stadt Velika Gorica präsent – vertreten durch Abgeordnete mit Erfahrung in Geodäsie, Maschinenbau und Unternehmensführung.
Periša nutzte die Präsentation, um junge Menschen zum Eintritt in die Politik zu ermutigen. Er nannte Alltagsprobleme wie hohe Wohnungskosten, den Auszug aus dem Elternhaus, Ausbildung und Jobsuche und sagte, die Parteiführung wolle nah an diesen Lebenswirklichkeiten bleiben, statt – so sein Ausdruck – in „Elfenbeintürmen“ fern der normalen Bevölkerung zu leben. Die Partei setzt darauf, mit dieser Botschaft jene jüngeren Wählerinnen und Wähler anzusprechen, die in kroatischen Medien häufig als politikverdrossen oder auswanderungswillig beschrieben werden.
Für Beobachterinnen und Beobachter außerhalb Kroatiens ist das Auftauchen von Drito ein weiterer Baustein in einer ohnehin zersplitterten Parteienlandschaft. Kroatien kennt zahlreiche registrierte Parteien, und neue Gruppierungen präsentieren sich regelmäßig als Alternative zu den etablierten mitte‑linken und mitte‑rechten Blöcken. Ob es Drito gelingt, seine erklärte Mitte‑Position, den Fokus auf Korruptionsbekämpfung und die Betonung digitaler und wirtschaftlicher Themen in dauerhafte Wahlerfolge umzumünzen, bleibt offen – und wird von kommenden Wahlen und Koalitionsverhandlungen abhängen.
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Fortgeschritten: Berichte aus Kroatien
- Raspudićs präsentieren „Drito“: „Unser berühmter Architekt ist unsere Inspiration“ (Index.hr)
- Marija Selak Raspudić stellt neue Partei vor: „Wir sind keine Stimmvieh-Partei“ (Net.hr)
- Das sind die Schlüsselpersonen der neuen Partei von Marija Selak Raspudić – von Professoren bis zu Ex‑Fußballern (24sata)
- Marija Selak Raspudić stellt Namen und Programmschwerpunkt ihrer neuen Partei vor: „Ein berühmter Architekt war unsere Inspiration“ (Dnevnik.hr)
- Selak Raspudić präsentiert neuen Parteinamen: „Inspiration war unser berühmter Architekt“ (Jutarnji list)


