Landesweiter Taxistreik in Griechenland wegen neuem Verkehrsgesetz

Lernnachrichten | 17.03.2026

Die heutige Ausgabe von Lernnachrichten Griechisch berichtet über einen großen Taxistreik in Griechenland, ein neues Verkehrsgesetz und die Gründe, warum viele Fahrer fürchten, dass es ihre Arbeit und die Zukunft des Taxigewerbes im Land massiv verändern könnte.

Landesweiter Taxistreik in Griechenland wegen neuem Verkehrsgesetz

Die Meldung auf Griechisch

Οι οδηγοί ταξί στην Ελλάδα κάνουν μεγάλη απεργία1. Διαμαρτύρονται2 για ένα νέο νόμο3 για τις μεταφορές4. Ο νόμος θέλει περισσότερα ηλεκτρικά5 ταξί και αλλάζει τους κανόνες για άλλα αυτοκίνητα με οδηγό. Οι οδηγοί φοβούνται για τη δουλειά και τα χρήματά τους και ζητούν αλλαγές από την κυβέρνηση6.

  1. απεργία  (f.)
    ομαδική διακοπή της δουλειάς από εργαζόμενους για να ζητήσουν καλύτερους όρους εργασίας ή μισθού ↩︎
  2. διαμαρτύρομαι
    εκφράζω δυνατά ότι δεν μου αρέσει κάτι ή ότι είναι άδικο ↩︎
  3. νόμος  (m.)
    κανόνας που γράφει και αποφασίζει το κράτος και που όλοι πρέπει να τηρούν ↩︎
  4. μεταφορά  (f.)
    η κίνηση ανθρώπων ή πραγμάτων από ένα μέρος σε άλλο με αυτοκίνητο, λεωφορείο, τρένο, πλοίο κτλ. ↩︎
  5. ηλεκτρικός
    που λειτουργεί με ηλεκτρικό ρεύμα και όχι με βενζίνη ή άλλο καύσιμο ↩︎
  6. κυβέρνηση  (f.)
    ομάδα ανθρώπων που διοικεί μια χώρα και παίρνει σημαντικές πολιτικές αποφάσεις ↩︎

Übersetzung

Die Taxifahrer in Griechenland machen einen großen Streik. Sie protestieren gegen ein neues Transportgesetz. Das Gesetz fordert mehr elektrische Taxis und ändert die Regeln für andere Autos mit Fahrer. Die Fahrer haben Angst um ihre Arbeit und ihr Geld und verlangen Änderungen von der Regierung.

Textverständnis

Question 1: Warum streiken die Taxifahrer in Griechenland?

Sie protestieren gegen ein neues Verkehrsgesetz, von dem sie glauben, dass es ihre Arbeitsplätze und ihr Einkommen gefährdet.

Question 2: Welche wichtige Änderung sieht das neue Gesetz für Taxis vor?

Es soll Taxis schrittweise auf Elektrofahrzeuge umstellen und deutlich mehr Elektro‑Taxis vorschreiben.

Lernwörter

GriechischDeutsch
απεργία  (f.)Streik
διαμαρτύρομαι sich beschweren / protestieren
νόμος  (m.)Gesetz
μεταφορά  (f.)Transport / Beförderung
ηλεκτρικός elektrisch
κυβέρνηση  (f.)Regierung

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Die Meldung in voller Länge

Taxifahrer in ganz Griechenland haben einen landesweiten Streik auf unbestimmte Zeit begonnen. Sie protestieren gegen ein neues Verkehrs- und Elektromobilitätsgesetz, das derzeit im griechischen Parlament beraten wird.

Die Aktion startete am Dienstag, 17. März, als Taxis in Attika (Großraum Athen) und weiteren Regionen ab 06.00 Uhr die Arbeit niederlegten. In Athen versammelten sich die Fahrer im Zentrum der Hauptstadt und zogen in einem Protestmarsch zum Parlament. Die Gewerkschaften warnen, dass weitere Aktionen sich gezielt gegen Flughäfen, Häfen und wichtige Verkehrsachsen richten könnten, falls ihre Forderungen ungehört bleiben.

Aufgerufen zum Streik haben die Panhellenische Föderation der Taxiunternehmer (POEIATA) und die Taxifahrergewerkschaft Attikas (SATA). Ihre Führung kündigt an, der Streik werde solange andauern, wie der Gesetzentwurf in den Parlamentsausschüssen behandelt und bis zur Schlussabstimmung gebracht wird. In der Praxis bedeutet das mindestens mehrere Tage Stillstand, zumal SATA bereits aufeinanderfolgende 24‑Stunden‑Streiks von Dienstag bis Freitag angekündigt hat.

Vertreter des Gewerbes werfen dem Gesetz vor, das vom Ministerium für Infrastruktur und Verkehr vorangetrieben wird, es bedrohe die wirtschaftliche Existenz der Branche. Ihre Kritik konzentriert sich auf drei Punkte: die verpflichtende Umstellung auf Elektro‑Taxis, die Regeln für Mietwagen mit Fahrer (E.I.X. mit Fahrer) sowie verschärfte Bestimmungen zu Sonderlizenzen und Führungszeugnissen für Berufsfahrer.

Kern des Konflikts ist der Plan für einen verpflichtenden Umstieg auf rein elektrische Taxis in Athen und Thessaloniki. Nach dem Entwurf soll ab 2026 jedes Taxi, das ersetzt wird, sowie jede neue oder übertragene Taxilizenz an ein Elektrofahrzeug gebunden sein. Es gibt eng gefasste Ausnahmen, etwa für ältere Halter, Fahrzeuge, deren Zulassung 2026 ausläuft, oder Autos, die bis Ende 2025 bereits angeschafft wurden, sowie bei Totalschäden.

Die Taxi‑Gewerkschaften halten diese Ausnahmen für unzureichend. Elektroautos seien für viele Fahrer noch zu teuer, und die Ladeinfrastruktur in den Städten sei für Fahrzeuge, die täglich viele Stunden im Einsatz sind, noch längst nicht ausreichend. Sie nennen den Zeitplan unrealistisch und fordern eine deutliche Verlängerung der Frist; einige Verbände schlagen eine Verschiebung auf 2030 oder sogar 2035 vor. Außerdem verlangen sie höhere Zuschüsse und finanzielle Unterstützung, damit der Umstieg überhaupt bezahlbar wird.

Ein weiterer besonders umstrittener Punkt ist Artikel 52, der die Vermietung von privaten Personenkraftwagen mit Fahrer regelt – also Dienste, die in anderen Ländern lizenzierten Chauffeurdiensten oder App‑basierten Fahrdiensten ähneln. Das Ministerium hält zwar an einem Mindestfahrpreis für diese Angebote fest, doch wichtige Details wie die mindeste Mietdauer und die erforderliche Vorbuchungszeit sollen später per einfacher Ministerialentscheidung festgelegt werden.

Landesweiter Taxistreik in Griechenland wegen neuem Verkehrsgesetz
Landesweiter Taxistreik in Griechenland wegen neuem Verkehrsgesetz

Ab 2027 soll zudem die Pflicht entfallen, dass solche Mietwagen mit Fahrer zwischen zwei Fahrten zu ihrem Standort zurückkehren müssen – und zwar landesweit, nicht nur in Athen und Thessaloniki. Die Taxi‑Gewerkschaften befürchten, dass die Kombination aus flexiblen Regeln zu einer weiteren Ausweitung dieser Dienste führen und die klassischen Taxis ins Hintertreffen bringen wird. Sie verlangen klare und strenge Betriebsregeln für E.I.X.-Fahrzeuge und fordern, dass das digitale Register des Ministeriums mit der unabhängigen Steuerbehörde AADE verknüpft wird, damit Fahrten wirksam kontrolliert und Steuerverstöße verhindert werden können.

Der Gesetzentwurf bringt außerdem Änderungen bei besonderen Berufslizenzen und beim Umgang mit dem polizeilichen Führungszeugnis von Fahrern. Grundsätzlich lehnen die Taxifahrer Sicherheitsüberprüfungen nicht ab, halten jedoch die neue Liste an Verstößen und Sanktionen für überzogen; sie fürchten unverhältnismäßig harte Strafen. Zudem sehen sie mit Sorge ein geplantes Bewertungs- und Beschwerdesystem per QR‑Code, über das Fahrgäste anonym Bewertungen abgeben könnten. Ohne klare Schutzmechanismen, warnen die Gewerkschaften, lade ein solches System zu ungerechten oder mutwilligen Beschwerden ein.

Vertreter der Taxi‑Branche betonen, sie hätten bereits Gespräche mit Abgeordneten und mehreren Ministern geführt. Zugleich dringen sie auf ein direktes Treffen mit dem Premierminister und verweisen darauf, dass noch Zeit bleibe, um das ihrer Ansicht nach ungerechte Gesetzeswerk zu ändern. Ihre offiziellen Resolutionen bleiben jedoch in sehr scharfem Ton gehalten und spiegeln ein tiefes Misstrauen gegenüber den Absichten der Regierung wider.

Der Streit betrifft nicht nur die Taxifahrer. Auch die Panhellenische Föderation der Unternehmen für private Mietwagen mit Fahrer (POEEMO), die Anbieter von E.I.X. mit Fahrer vertritt, kritisiert den Entwurf – allerdings aus teilweise anderen Gründen. In einer ausführlichen Stellungnahme bemängelt POEEMO, viele entscheidende Fragen würden offen gelassen oder auf künftige Ministerialentscheidungen verschoben. Das schaffe Unsicherheit für Firmen, die Investitionen und Personal planen müssen.

POEEMO räumt ein, dass der endgültige Text gegenüber früheren Fassungen einige Verbesserungen enthält, hält diese Änderungen aber für zweitrangig. Besonders kritisch sieht der Verband die Anwendung des Gesetzes auf der Insel Kreta, die das Ministerium nicht als eigene Inselregion, sondern wie das griechische Festland behandeln will. Dies benachteilige die dortigen Unternehmen, argumentiert POEEMO, und hat in diesem Zusammenhang eine „Schlacht um Kreta“ angekündigt – mit anhaltendem politischem und juristischem Druck, bis das Regelwerk nach ihrer Auffassung an das anderer griechischer Inseln angeglichen ist.

Darüber hinaus fordert POEEMO für seine Mitglieder vergleichbare Anreize und Subventionen für Elektrofahrzeuge wie für Taxis und eine Verschiebung der Pflicht zum Umstieg auf Elektrofahrzeuge um drei Jahre – von 2027 auf 2030. Der Verband droht zudem, das Gesetz vor griechischen und europäischen Gerichten anzufechten, falls seine Mitglieder nach der Verabschiedung des Entwurfs weiterhin beschuldigt werden sollten, Taxi‑Arbeit zu übernehmen oder illegal zu operieren.

Die griechische Regierung wirbt derweil weiterhin für das Gesetzespaket. Es sei Teil einer umfassenderen Strategie, den Verkehrssektor zu modernisieren, Emissionen zu senken und die Regeln für Taxis und Mietwagen mit Fahrer stärker an europäische Standards anzugleichen. Wie genau die Regierung auf den aktuellen Streik reagieren will und ob sie zu Änderungen am Entwurf bereit ist, geht aus den bislang veröffentlichten Stellungnahmen jedoch noch nicht klar hervor.

Während die Debatten im Parlament weiterlaufen, stellen sich sowohl die Taxifahrer als auch die Mietwagenunternehmen auf einen längeren Konflikt ein. Für Bewohnerinnen, Bewohner und Besucher in Griechenland könnte das mehrere Tage mit deutlich eingeschränktem Taxi‑Angebot bedeuten – insbesondere in den großen Städten und an touristischen Drehkreuzen. Die Abgeordneten wiederum stehen vor der Aufgabe, Umweltziele, Wettbewerb im städtischen Verkehr und den Schutz traditioneller Berufsgruppen miteinander in Einklang zu bringen.

Info: Lernnachrichten Griechisch ist ein Angebot von Lernen wir Griechisch, einer Sprachschule für Griechisch, die sich auf strukturierten Unterricht in Neu- und ggf. Altgriechisch spezialisiert. Wir bieten verschiedene Online-Kurse für Griechisch an, in denen wir Lernende schrittweise an Sprache, Schrift und Sprachpraxis heranführen.


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