Die Meldung auf Kroatisch
- premijer (m.)
šef ili vođa vlade u nekoj državi ↩︎ - najavljivati
reći unaprijed da će se nešto dogoditi ili da će se nešto napraviti ↩︎ - stanovanje (n.)
čin ili način življenja u stanu ili kući ↩︎ - zaustaviti
učiniti da se nešto što se događa ili kreće prekine i više ne ide dalje ↩︎ - stanovnik (m.)
osoba koja živi na nekom području ili u nekom mjestu ↩︎ - županija (f.)
područje ili dio države s vlastitom lokalnom upravom; administrativna regija u Hrvatskoj ↩︎
Übersetzung
Textverständnis
Question 1: Wofür will die kroatische Regierung mehr Geld ausgeben, um Familien zu unterstützen?
Question 2: Welche Art von Regionen in Kroatien soll im Rahmen des Plans besondere Aufmerksamkeit erhalten?
Lernwörter
| Kroatisch | Deutsch |
|---|---|
| premijer (m.) | |
| najavljivati | |
| stanovanje (n.) | |
| zaustaviti | |
| stanovnik (m.) | |
| županija (f.) | |
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Die Meldung in voller Länge
Kroatiens Premierminister Andrej Plenković hat ein Rekordpaket an Maßnahmen zur demografischen Belebung angekündigt, während das Land mit einem langfristigen Bevölkerungsrückgang und niedrigen Geburtenraten ringt.
Bei einer Veranstaltung zum 36. Jahrestag der HDZ‑Partei im gebirgigen Gespanschaft Lika‑Senj erklärte Plenković, die Regierung habe für das Jahr 2024 rund 840 Millionen Euro bereitgestellt, um Familien zu unterstützen und mehr Kinder zu ermutigen. Nach seinen Worten ist dies die höchste Summe, die Kroatien je für familienorientierte Politik vorgesehen hat.
Der Plan wird als ressortübergreifende Strategie präsentiert. Er umfasst steuerliche Entlastungen für Familien, Maßnahmen in der Wohnungsbaupolitik, Unterstützung im Bildungsbereich sowie weitere Leistungen, die die Lebensbedingungen für junge Paare verbessern sollen. Ziel der Regierung ist es, die negativen demografischen Trends zu bremsen, die Lage zu stabilisieren und den Bevölkerungsrückgang langfristig umzukehren.
Plenković betonte, Kroatien sei mit einem demografischen Trend von rund 75 Jahren konfrontiert; dieser lasse sich nicht in nur einer Amtszeit beheben. Er rief alle Ebenen der Gesellschaft – von den Kommunen bis zu den staatlichen Institutionen – zu Beiträgen auf und stellte Kroatiens Probleme in einen größeren europäischen Zusammenhang. Unter Verweis auf aktuelle Daten von Eurostat sagte er, ganz Europa erlebe derzeit einen massiven demografischen Einbruch, und dies könne in Kroatien zu einem noch stärkeren Rückgang führen als in den vergangenen Jahrzehnten.
Zur Veranschaulichung verwies der Premier auf die Gespanschaft Lika‑Senj, eine dünn besiedelte Region in Zentralkroatien, die heute nur noch rund 42.000 Einwohner zählt – in etwa so viele Menschen wie mehrere Stadtteile der Hauptstadt Zagreb. Für diesen Landesteil kündigte er gezielte Maßnahmen und besondere Förderinstrumente im Rahmen der demografischen Strategie an.
Parallel zur Demografiepolitik hob Plenković ein geplantes Gesetz über einen ausgewogenen regionalen Entwicklungsausgleich hervor, das demnächst im kroatischen Parlament (Sabor) beraten werden soll. Das Gesetz solle bestehende Mechanismen zur Unterstützung strukturschwacher Regionen stärken. Er betonte, die Regierung unterstütze alle Landesteile gleichermaßen, auch Gemeinden und Gespanschaften, in denen die regierende HDZ nicht an der Macht ist. Damit wolle man dem Vorwurf begegnen, politische Parteizugehörigkeit entscheide über den Zugang zu staatlicher Förderung.

Der Premier verknüpfte die demografische Agenda zudem mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Kroatien habe inzwischen rund 78 Prozent des durchschnittlichen Entwicklungsniveaus der EU‑Mitgliedstaaten erreicht, gegenüber etwa 62 Prozent vor zehn Jahren. Zu den von ihm genannten Kennziffern gehörten rund 1,723 Millionen Erwerbstätige und etwa 69.000 Arbeitslose – der niedrigste Stand der Arbeitslosigkeit, den das Land bislang verzeichnet habe.
Zugleich machte Plenković deutlich, dass Kroatien zur Deckung des Bedarfs der Wirtschaft weiterhin auf ausländische Arbeitskräfte setzen werde, die Engpässe in wichtigen Branchen schließen sollen. Dies füge sich in einen breiteren regionalen Trend: In mehreren mittel- und osteuropäischen EU‑Staaten mit alternder Bevölkerung steigt die Bedeutung von Arbeitsmigration.
In seiner Rede verband der Premier diese Politik mit der Stellung der HDZ (Kroatische Demokratische Union), die seit einem Großteil der vergangenen Dekade die Regierung anführt. Mit Blick auf die zwei Jahre seit der letzten Parlamentswahl erinnerte er daran, dass die HDZ und ihre Koalitionspartner nun seit rund zehn Jahren ununterbrochen regieren und die Partei in aktuellen Umfragen bei etwa 30 Prozent Zustimmung liege. Dies wertete er als Ausdruck von Vertrauen der Wähler in den Kurs der Regierung in Wirtschafts- und Sozialfragen.
Plenković stellte das Regierungshandeln in jüngsten Krisen – von wirtschaftlichen Turbulenzen bis hin zu steigenden Lebenshaltungskosten – als Versuch dar, die soziale Kohäsion zu bewahren. Ziel sei es, dass die Bürger „Krisen gemeinsam durchstehen“, wobei es besonders darum gehe, verletzliche Gruppen nicht ohne Hilfe zu lassen. Die demografischen Maßnahmen seien in dieser Perspektive Teil einer breiteren Strategie zur Stabilisierung von Gesellschaft und Wirtschaft.
Berichte kroatischer Medien über die Rede sind sich weitgehend einig über das Ausmaß der vorgesehenen Mittel und die zentrale Rolle demografischer Fragen in der Regierungspolitik. Zugleich heben sie hervor, dass die Regierung auf langfristige Planung statt schneller Lösungen setzt. In der Öffentlichkeit wird jedoch intensiv darüber diskutiert, ob finanzielle Anreize und regionale Fördergesetze ausreichen, um die tieferliegenden Ursachen des Bevölkerungsrückgangs anzugehen – etwa Abwanderung, Arbeitsmarktchancen, Wohnkosten und die Qualität öffentlicher Dienstleistungen, insbesondere in ländlichen Regionen wie Lika‑Senj.
Für Beobachter außerhalb Kroatiens zeigt die Ankündigung, wie ein vergleichsweise kleines EU‑Mitglied versucht, auf Alterung und Schrumpfen der Bevölkerung zu reagieren – Herausforderungen, die in vielen Teilen Europas an Bedeutung gewinnen. Wie wirksam Kroatiens neue Maßnahmen sind, dürfte sich in den kommenden Jahren erweisen, wenn sich in den demografischen Daten und Wanderungsbewegungen ablesen lässt, ob sich der Trend bremsen oder gar umkehren lässt.
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Fortgeschritten: Berichte aus Kroatien
- Andrej Plenković: Noch nie so viele Mittel in die demografische Erneuerung investiert (Jutarnji list)
- Regierung stellt Rekordsumme für junge Familien bereit: „Diese Herausforderung lässt sich nicht in nur einer Amtszeit bewältigen“ (Dnevnik.hr)
- Plenković: Noch nie so viele Mittel in die demografische Revitalisierung investiert (Večernji list)
- Plenković: Demografieproblem lässt sich nicht in nur einer Amtszeit lösen (Index.hr)


