Die Meldung auf Polnisch
Od 1 września w polskich szkołach będzie nowy, obowiązkowy1 przedmiot2: edukacja zdrowotna. Zastąpi on zajęcia o życiu w rodzinie. Uczniowie będą uczyć się o higienie3, ruchu, odżywianiu4 i zdrowiu psychicznym5. Część o zdrowiu seksualnym6 będzie osobna i dobrowolna. Rodzice zdecydują, czy dziecko w niej uczestniczy.
- obowiązkowy
taki, który trzeba wykonać lub w nim uczestniczyć, bo wymaga tego prawo lub zasady ↩︎ - przedmiot (m.)
jedno z zajęć w szkole, na przykład matematyka, historia, biolog ia ↩︎ - higiena (f.)
dbanie o czystość ciała i otoczenia, żeby być zdrowym ↩︎ - odżywianie (n.)
sposób jedzenia i wybierania jedzenia, który wpływa na zdrowie ↩︎ - psychiczny
związany z umysłem, uczuciami i stanem emocjonalnym człowieka ↩︎ - seksualny
związany z seksem, życiem płciowym i rozmnażaniem ludzi ↩︎
Übersetzung
Textverständnis
Question 1: Welches Fach wird in polnischen Schulen durch das neue Pflichtfach Gesundheitsbildung ersetzt?
Question 2: Wer entscheidet darüber, ob ein Kind am freiwilligen Teil zur sexuellen Gesundheit teilnimmt?
Lernwörter
| Polnisch | Deutsch |
|---|---|
| obowiązkowy | |
| przedmiot (m.) | |
| higiena (f.) | |
| odżywianie (n.) | |
| psychiczny | |
| seksualny | |
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Die Meldung in voller Länge
Ab dem 1. September führt Polen ein neues Pflichtfach ein: Gesundheitsbildung (edukacja zdrowotna). Es soll von der 4. Klasse der Grundschule an bis in ausgewählte Jahrgänge der weiterführenden Schulen unterrichtet werden. Das kündigte Bildungsministerin Barbara Nowacka in einem Fernsehinterview beim Nachrichtensender TVN24 an.
Das neue Fach ersetzt den bisherigen Kurs „Familienleben“ (wychowanie do życia w rodzinie). Gesundheitsbildung wurde bereits im laufenden Schuljahr als freiwilliges Fach eingeführt und von rund 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler besucht. Das Ministerium hat nun entschieden, dass der Kern des Angebots künftig als reguläres Pflichtfach im Stundenplan verankert wird.
Nach Angaben der Ministerin wird die Gesundheitsbildung ein breites Themenspektrum abdecken: Hygiene, körperliche Aktivität, psychische Gesundheit, Ernährung und allgemeine Gesundheitskunde. Damit reagiert das Ministerium auf Forderungen medizinischer Fachgesellschaften, die seit Längerem mahnen, polnische Schülerinnen und Schüler müssten systematischer darauf vorbereitet werden, für ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden zu sorgen.
Geplant ist in den Grundschulklassen IV bis VIII pro Woche je eine Unterrichtsstunde (im Abschlussjahr nur im ersten Halbjahr) sowie eine Wochenstunde über zwei Jahre in den weiterführenden Schulen. Die Gesundheitsbildung ist bereits in den Schuletats berücksichtigt, sodass nach Angaben des Ministeriums keine zusätzlichen Mittel aus dem Staatshaushalt nötig sein werden.
Ein zentraler und politisch heikler Punkt ist ein kleiner, eigenständiger Block zur sexuellen Gesundheitserziehung. Nowacka erläuterte, der Kurs werde faktisch aus zwei Bausteinen bestehen: einem großen Pflichtteil zur allgemeinen Gesundheit und einem freiwilligen Modul zur sexuellen Gesundheit, das voraussichtlich etwa ein Zehntel der gesamten Unterrichtszeit ausmachen soll. Dieses Modul dürfte je nach endgültigem Konzept der Expertinnen und Experten aus ein bis zwei Stunden pro Schuljahr bestehen.
Die Ministerin betonte, dass die Teilnahme am Modul zur sexuellen Gesundheit von einer formalen Entscheidung der Eltern abhängen werde – in den weiterführenden Schulen gegebenenfalls von volljährigen Schülerinnen und Schülern selbst. Diese Konstruktion soll, so Nowacka, sowohl verfassungsrechtliche Grenzen wahren als auch dem Druck einflussreicher Gruppen Rechnung tragen, die mitbestimmen wollen, wann und in welcher Form ihre Kinder Informationen zur sexuellen Gesundheit erhalten. Manche dieser Gruppen wünschen, dass solche Inhalte eher zu Hause oder eigenständig erarbeitet werden – nicht im Klassenraum.
Zugleich wirbt Nowacka öffentlich dafür, dass Eltern ihre Kinder zu den Stunden über sexuelle Gesundheit zulassen. Wissen über sexuelle Gesundheit sei ebenso wichtig wie jede andere Form der Gesundheitsaufklärung. Dennoch soll die Teilnahme eine individuelle Familienentscheidung bleiben – und gerade keine rechtliche Pflicht.

Wo genau die Grenze zwischen allgemeiner Gesundheitsbildung und eigentlicher Sexualerziehung verläuft, wird noch ausgearbeitet. Im Bildungsministerium entsteht dazu ein neues Expertengremium aus Ärztinnen und Ärzten, Fachleuten und Lehrkräften. Es soll etwa entscheiden, ob Themen wie Pubertät im Biologieunterricht oder im Pflichtteil der Gesundheitsbildung behandelt werden – und welche Inhalte in das freiwillige Modul zur sexuellen Gesundheit gehören. Ziel sei ein Lehrplan, der sowohl pädagogisch fundiert als auch gesellschaftlich vermittelbar sei, so Nowacka.
Nach Angaben des Ministeriums stehen für das neue Fach bereits qualifizierte Lehrkräfte zur Verfügung. Unterricht in Gesundheitsbildung können Biologielehrkräfte, Naturwissenschaftslehrkräfte, Sportlehrkräfte sowie diejenigen erteilen, die bisher das Fach Familienleben unterrichtet haben. Zusätzlich hat die Oberste Ärztekammer, die die Ärzteschaft in Polen vertritt, Unterstützung zugesagt und will Medizinstudierende und Fachärztinnen und ‑ärzte als Gastdozierende an die Schulen schicken. Um das System zu stärken, hat die Regierung außerdem an elf Hochschulen, darunter medizinischen Universitäten, postgraduale Studiengänge für Gesundheitsbildung eingerichtet; mit den ersten Absolventinnen und Absolventen wird im Juni gerechnet.
Der Zeitpunkt der Entscheidung ist für die Schulleitungen von großer Bedeutung. Rektorinnen und Rektoren müssen für das kommende Schuljahr sogenannte Organisationsbögen (arkusze organizacyjne) erstellen, in denen Fächer, Stundenzahlen und Zuständigkeiten der Lehrkräfte festgelegt werden. Diese Pläne sind mit den Lehrergewerkschaften abzustimmen und müssen in der Regel bis Ende April von den kommunalen Trägern genehmigt werden. Vertreterinnen und Vertreter von Schulleitungen und Gewerkschaften machten in der polnischen Presse geltend, sie bräuchten Klarheit darüber, ob die Gesundheitsbildung obligatorisch oder freiwillig sei, um entscheiden zu können, wie viele Lehrkräfte eingesetzt werden und wie viele Stunden jede Lehrkraft erhält.
Einige Stimmen aus der Bildungspraxis erinnern daran, dass über strukturelle Änderungen im Schulsystem – wie die Einführung oder Streichung von Pflichtfächern – üblicherweise bis spät im Frühjahr entschieden sein müsse. Andernfalls lasse sich die Personaleinsatzplanung kaum seriös organisieren, etwa mögliche Vertragsänderungen. Die Ministerin räumte ein, dass die Ankündigung später komme als ursprünglich vorgesehen – auch wegen eines früheren Präsidentschaftsvetos gegen ein umfassenderes Bildungsgesetz, das die rechtliche Grundlage für das neue Fach schaffen sollte.
In dem Interview äußerte sich Nowacka auch zu einem weiteren Vorhaben: einem geplanten Verbot von Mobiltelefonen in den Grundschulen. Ein entsprechender Gesetzentwurf befindet sich noch bis Ende April in der öffentlichen Anhörung. Das Bildungsministerium hofft, dass der Vorschlag im Mai oder Juni den Ministerrat erreicht, sodass neue Regeln bereits zum 1. September greifen könnten.
Nach den Plänen der Ministerin sollen Mobiltelefone während des Schultags in den Grundschulen nicht auf den Bänken der Schülerinnen und Schüler liegen dürfen. Wie das konkret durchgesetzt wird, soll aber jede Schule selbst regeln. Denkbar sind etwa Schließfächer, spezielle Aufbewahrungsorte oder ein schlichtes Verbot, das Handy im Unterricht hervorzuholen. Das Ministerium betont, dass diese lokalen Lösungen flexibel sein sollten und nicht jeder Detailaspekt zentral durch den Staat festgeschrieben werden müsse.
Während die großen politischen Lager und gesellschaftlichen Gruppen bei der Frage der Sexualerziehung weit auseinanderliegen, berichten polnische Medien von einem deutlich breiteren gesellschaftlichen Konsens zugunsten einer allgemeinen Gesundheitsbildung – auch vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um psychische Probleme bei jungen Menschen. Das neue Pflichtfach, das ergänzende freiwillige Modul zur sexuellen Gesundheit und die möglichen Handy‑Beschränkungen präsentiert die Regierung als Bausteine eines umfassenderen Programms, mit dem sie die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler an polnischen Schulen stärken will.
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Fortgeschritten: Berichte aus Polen
- Gesundheitsbildung: Barbara Nowacka kündigt Pläne an – Wird sie zur Pflicht? (Interia.pl)
- Gesundheitserziehung wird Pflichtfach: Bildungsministerin nennt Details (Onet.pl)
- Gesundheitserziehung wird Pflichtfach – Barbara Nowacka nennt die Details (TVN24.pl)
- Gesundheitserziehung doch Pflichtfach – mit Ausnahmen (Gazeta.pl)


