Die Meldung auf Kroatisch
Četiri hrvatska liječnika dobila su međunarodnu1 nagradu Medis za medicinska istraživanja2 u Ljubljani. Nagrađeni su za rad u intenzivnoj medicini, neurologiji3, oftalmologiji4, pulmologiji5 i alergologiji6. Njihova istraživanja2 pomažu boljem razumijevanju bolesti, dijagnostici i liječenju pacijenata. Nagrada pokazuje važnu ulogu hrvatskih stručnjaka u medicini.
- međunarodan
koji se odnosi na više država ili naroda, koji je između različitih država ↩︎ - istraživanje (n.)
sustavan i detaljan rad na proučavanju neke pojave ili problema da bi se došlo do novih saznanja ↩︎ - neurologija (f.)
grana medicine koja se bavi bolestima živčanog sustava ↩︎ - oftalmologija (f.)
grana medicine koja se bavi bolestima oka i vida ↩︎ - pulmologija (f.)
grana medicine koja se bavi bolestima pluća i dišnog sustava ↩︎ - alergologija (f.)
grana medicine koja se bavi alergijama i njihovim liječenjem ↩︎
Übersetzung
Textverständnis
Question 1: In welcher Stadt erhielten die vier kroatischen Ärztinnen und Ärzte den internationalen Medis‑Preis?
Question 2: Auf welche Weise hilft ihre Forschung den Patientinnen und Patienten?
Lernwörter
| Kroatisch | Deutsch |
|---|---|
| međunarodan | |
| istraživanje (n.) | |
| neurologija (f.) | |
| oftalmologija (f.) | |
| pulmologija (f.) | |
| alergologija (f.) | |
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Die Meldung in voller Länge
Vier kroatische Ärztinnen und Ärzte sind in Ljubljana, Slowenien, mit den International Medis Awards for Medical Research (IMA) ausgezeichnet worden – Preisen, die häufig als „medizinische Oscars“ bezeichnet werden. Geehrt werden Ärztinnen, Ärzte und Pharmazeutinnen bzw. Pharmazeuten aus Mittel- und Osteuropa, die neben ihrer täglichen klinischen Arbeit bedeutende wissenschaftliche Forschung leisten.
Aus Kroatien wurden Helena Ostović, Berislav Ruška, Leon Marković und Liborija Lugović Mihić ausgezeichnet. Ihre Arbeiten decken mehrere Fachgebiete ab: Intensivmedizin und Anästhesiologie, Neurologie, Augenheilkunde sowie Pneumologie und Allergologie.
An der Verleihung nahm auch Sloweniens Präsidentin Nataša Pirc Musar teil. In ihrer Ansprache hob sie hervor, dass der Beitrag der Preisträgerinnen und Preisträger weit über Labore, Kliniken und Universitäten hinausreiche. Die wertvollsten Errungenschaften in der Medizin seien jene, die wissenschaftliche Exzellenz mit der unmittelbaren Versorgung von Patientinnen und Patienten verbinden, die Zukunft der Behandlung mitgestalten und zugleich jüngere Forschergenerationen inspirieren.
Die Geehrten selbst betonten, dass die Auszeichnungen die Bedeutung von Forschung, die fest in den klinischen Alltag integriert ist, unterstreichen. Ihre Studien zielen darauf ab, Krankheiten besser zu verstehen und präzisere diagnostische Verfahren sowie fundiertere Therapieentscheidungen zu ermöglichen.
Helena Ostović vom Klinischen Krankenhaus Dubrava (KB Dubrava) in Zagreb wurde in der Kategorie Intensivmedizin und Anästhesiologie ausgezeichnet. Ihre Studie untersuchte die Wirkung von intravenösem Lidocain, Ketamin und einer Lidocain‑Ketamin‑Kombination bei Patientinnen und Patienten, die wegen eines Darmkrebses (Kolorektalkarzinom) operiert werden. Erstmals wurde das Zusammenspiel dieser beiden Anästhetika systematisch analysiert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich damit die postoperative Schmerztherapie verbessern und der Bedarf an opioidhaltigen Schmerzmitteln senken lässt.
Berislav Ruška vom Klinischen Krankenhaus Sveti Duh (KB Sveti Duh) erhielt den Preis im Fach Neurologie. In einem Beobachtungszeitraum von sechs Jahren erforschte er, wie das autonome Nervensystem – jener Teil des Nervensystems, der automatische Körperfunktionen wie Herzschlag und Blutdruck steuert – bei Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose beeinträchtigt wird. Die Ergebnisse legen nahe, dass ein möglichst früher Beginn einer hochwirksamen Therapie das Risiko langfristiger Schäden an diesem System deutlich verringern kann.

Ebenfalls vom KB Sveti Duh wurde Leon Marković im Bereich Augenheilkunde ausgezeichnet. Seine Doktorarbeit widmete sich dem Retinoblastom, einem seltenen, aber häufigsten primären Augentumor bei Kindern. Durch die Untersuchung von Unterschieden in der Expression von Proteinen des Wnt‑Signalwegs und ihres Zusammenhangs mit der Phosphorylierung des pRb‑Proteins trägt seine Forschung zu einem besseren Verständnis und zu einer präziseren Einteilung von Tumor‑Subtypen bei. Das könnte die Entwicklung personaliserter Behandlungsstrategien für junge Patientinnen und Patienten unterstützen.
Die vierte kroatische Preisträgerin, Liborija Lugović Mihić vom Klinischen Krankenhaus Sisters of Charity (KB Sestre milosrdnice), wurde im Fachgebiet Pneumologie und Allergologie geehrt. Ihre Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen proinflammatorischen Zytokinen (insbesondere IL‑6 und TNF‑α), psychischem Stress und dem Schweregrad der chronischen spontanen Urtikaria, einer Form lang anhaltender Nesselsucht. Die Forschung zeigte einen deutlichen Zusammenhang zwischen Stress, diesen Entzündungsmarkern und der Krankheitsintensität – und eröffnet damit Perspektiven für neue Therapien, die gezielt auf entzündliche Prozesse in der Haut abzielen.
Die International Medis Awards umfassen neun medizinische Fachkategorien. In jeder Kategorie wählt ein internationales wissenschaftliches Komitee zwei Finalistinnen bzw. Finalisten aus. In diesem Jahr prüfte das Gremium 243 wissenschaftliche Arbeiten aus elf Ländern und ließ 196 davon zum Wettbewerb zu. Kroatische Ärztinnen, Ärzte und Apothekerinnen bzw. Apotheker reichten 41 Beiträge ein – und stellten nach Angaben der Veranstalter mit insgesamt fünf Personen die meiste Zahl an Finalistinnen und Finalisten.
Neben den vier kroatischen Preisträgern schaffte es eine weitere kroatische Forscherin, Vlatka Sotošek vom Klinischen Krankenhauszentrum Rijeka (KBC Rijeka), ins Finale in der Kategorie Intensivmedizin und Anästhesiologie. Sie untersuchte, wie sich eine Bypass‑Operation an den Herzkranzgefäßen auf die Konzentration von Interleukin‑18 und Biomarkern des Abbaus des endothelialen Glykokalyx auswirkt – Indikatoren, die mit Funktion und Schädigung der Gefäßwände in Verbindung stehen.
Weitere diesjährige Preisträgerinnen und Preisträger kamen aus Bosnien‑Herzegowina, Serbien und der Tschechischen Republik, in Disziplinen wie Dermatologie, Pharmazie, Gynäkologie, Pädiatrie und Rheumatologie. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhielten neben einer finanziellen Anerkennung eine Bronzeskulptur mit dem Titel „Zukunft“ des slowenisch‑kroatischen Bildhauers Jakov Brdar sowie eine Urkunde.
Die International Medis Awards wurden 2014 auf Initiative des slowenischen Pharmaunternehmens Medis ins Leben gerufen, das bis heute Hauptsponsor ist. Für Beobachter außerhalb der Region zeigt der Erfolg der kroatischen Forschenden, wie kleinere europäische Länder mit fokussierter, praxisnaher klinischer Forschung zum weltweiten medizinischen Wissensstand beitragen.
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