Erdbeben in Thesprotia beschädigt Häuser und Schulen

Lernnachrichten | 09.03.2026

Heute blickt Lernnachrichten Griechisch auf ein jüngstes Erdbeben in Epirus nahe Thesprotia und Ioannina – darauf, wie die Bewohner im Moment des Bebens reagierten und welche Schritte die örtlichen Behörden nun unternehmen, um Schäden zu bewältigen und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.

Erdbeben in Thesprotia beschädigt Häuser und Schulen

Die Meldung auf Griechisch

Ένας σεισμός1 5,3 Ρίχτερ2 έγινε στην Ήπειρο, κοντά στη Θεσπρωτία και στα Ιωάννινα, νωρίς την Κυριακή. Ο κόσμος βγήκε στους δρόμους και μερικά σπίτια και εκκλησίες είχαν ζημιές, αλλά δεν υπάρχουν τραυματίες3. Οι αρχές4 ελέγχουν τα κτίρια5, καθαρίζουν τους δρόμους και δίνουν οδηγίες6 για την ασφάλεια.

  1. σεισμός  (m.)
    δυνατός κλονισμός της γης που συμβαίνει ξαφνικά και προκαλείται από κινήσεις στο εσωτερικό της γης ↩︎
  2. Ρίχτερ  (n.)
    κλίμακα μέτρησης της έντασης των σεισμών ↩︎
  3. τραυματίας  (m.)
    άτομο που έχει πληγωθεί στο σώμα του ↩︎
  4. αρχή  (f.)
    οι δημόσιες υπηρεσίες και υπεύθυνοι που διοικούν και ελέγχουν μια περιοχή ή χώρα ↩︎
  5. κτίριο  (n.)
    μεγάλη κατασκευή με τοίχους και στέγη όπου ζουν ή εργάζονται άνθρωποι ↩︎
  6. οδηγία  (f.)
    λόγια ή κείμενο που εξηγούν τι πρέπει να κάνει κάποιος βήμα προς βήμα ↩︎

Übersetzung

Ein Erdbeben der Stärke 5,3 auf der Richterskala ereignete sich früh am Sonntag in Epirus, in der Nähe von Thesprotia und Ioannina. Die Menschen gingen auf die Straßen, und einige Häuser und Kirchen wurden beschädigt, aber es gibt keine Verletzten. Die Behörden überprüfen die Gebäude, räumen die Straßen und geben Sicherheitshinweise.

Textverständnis

Question 1: Wann ereignete sich das Erdbeben?

Es ereignete sich in den frühen Morgenstunden des Sonntags.

Question 2: Was unternehmen die Behörden nach dem Erdbeben?

Sie kontrollieren Gebäude, räumen Straßen und geben Sicherheitshinweise.

Lernwörter

GriechischDeutsch
σεισμός  (m.)das Erdbeben
Ρίχτερ  (n.)die Richterskala
τραυματίας  (m.)der Verletzte
αρχή  (f.)die Behörden
κτίριο  (n.)das Gebäude
οδηγία  (f.)die Anweisung

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Die Meldung in voller Länge

Ein Erdbeben der Stärke 5,3 auf der Richterskala hat am frühen Sonntagmorgen den Nordwesten Griechenlands erschüttert und vor allem die Regionalbezirke Thesprotia und Ioannina in der Region Epirus getroffen. Die Erschütterung war in einem weiten Umkreis zu spüren, unter anderem in Teilen von Thessalien und auf den Ionischen Inseln, doch Meldungen über Verletzte gibt es nicht.

Nach Angaben des Geodynamischen Instituts der Nationalsternwarte von Athen ereignete sich das Hauptereignis um 05:32 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum lag rund zwölf Kilometer östlich des Dorfes Leptokarya in Thesprotia, in geringer Tiefe von etwa 13 Kilometern. Seismologen erklären, dass diese relativ geringe Tiefe dazu beigetragen hat, dass das Beben auch in einiger Entfernung deutlich zu spüren war.

Der Erdstoß riss viele Menschen aus dem Schlaf und trieb sie in Ioannina-Stadt und in Orten der Region Thesprotia auf die Straßen. Örtliche Behörden meldeten kurzzeitige Stromausfälle in mehreren Gebieten, teilweise als vorsorgliche Abschaltungen, teilweise durch kleinere Schäden am Netz. Die Stromversorgung wird nach und nach wiederhergestellt.

Teams der Kommunen und Regionen begannen umgehend mit der Begutachtung der betroffenen Gebiete. Im Dorf Polydroso in der Gemeinde Souli, das nahe am Epizentrum liegt, wurden Schäden an mehreren Wohnhäusern festgestellt. Erste Kontrollen von zehn Häusern ergaben sichtbare Risse an sieben Gebäuden; nach einer ersten Einschätzung könnten drei als unbewohnbar eingestuft werden. Mitarbeiter der Gemeinde und der Bürgermeister besuchten den Ort, um die Schäden zu erfassen und Hilfe zu organisieren.

Auch im Regionalbezirk Ioannina wurden Schäden gemeldet. Im Dorf Psina in der Gemeinde Dodoni erlitten Kirchen, öffentliche Gebäude und Privatwohnungen erhebliche Bauschäden. Eine Kirche zu Ehren der Agia Marina stürzte teilweise ein, während an der Hauptkirche des Dorfes, der Panagia, breite Risse entstanden, die das Gebäude regelrecht aufgespalten erscheinen lassen. Im Dorf Chinka in der Gemeinde Zitsa stellten die Prüfteams schwere Schäden an Wohnhäusern und einer örtlichen Kirche fest, darunter eingestürzte Mauern.

Kommunalvertreter betonen, dass es trotz der Sachschäden keine Verletzten gebe. In Orten, in denen Wohnhäuser stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, organisieren die Gemeinden Übergangsunterkünfte, etwa in Gästehäusern und Hotels, für Bewohnerinnen und Bewohner, deren Häuser möglicherweise nicht sicher sind.

Das Beben löste zudem Erdrutsche und Felsstürze im bergigen Straßennetz der Region aus. Die Behörden meldeten kleinere Felsabbrüche auf der Autobahn Egnatia Odos in Richtung Igoumenitsa sowie Erdrutsche auf der alten Nationalstraße zwischen Igoumenitsa und Ioannina. Kommunale und regionale Einsatzteams rückten mit schwerem Gerät an, um Geröll zu räumen und die Verkehrssicherheit wiederherzustellen.

Seit dem Hauptbeben verzeichnet die Region eine ausgeprägte Nachbebenserie. Das bislang stärkste Nachbeben erreichte kurz nach dem Hauptereignis eine Magnitude von etwa 4,7. Zahlreiche kleinere Erschütterungen mit Magnituden um 3,0 bis 3,7 folgten, vor allem im Bereich von Leptokarya und der weiteren Zone Kourenta–Leptokarya. Bisher wurden über dreißig Nachbeben registriert; Seismologen wollen das Muster in den kommenden Tagen genau beobachten.

Erdbeben in Thesprotia beschädigt Häuser und Schulen
Erdbeben in Thesprotia beschädigt Häuser und Schulen

Griechische Fachleute setzen unterschiedliche Akzente, ihre Einschätzungen ähneln sich jedoch im Grundsatz. Efthymios Lekkas, Präsident der Organisation für Anti-Seismische Planung und Schutz (OASP), bezeichnete die geringe Herdtiefe und die kräftige Nachbebentätigkeit als zu erwartende Merkmale eines derartigen Ereignisses. Die Nachbeben könnten ein normales Zeichen dafür sein, dass die Bruchzone weitere Spannungen abbaut. Zugleich betonte er, dass selbst Häuser mit leichten Schäden erst nach einer Prüfung durch Baufachleute wieder genutzt werden sollten, und erinnerte die Bevölkerung daran, die offiziellen Schutzempfehlungen des Katastrophenschutzes zu befolgen.

Vasilis Karastathis, Direktor des Geodynamischen Instituts, sprach von einer „recht intensiven“ Nachbebenaktivität und erklärte, für eine belastbare wissenschaftliche Einschätzung seien ein bis zwei Tage Datenauswertung nötig. Er wies darauf hin, dass die Region zwar nicht zu den seismisch aktivsten in Griechenland zählt, jedoch in der Vergangenheit markante Erdbeben erlebt hat – darunter schwere Ereignisse im 19. Jahrhundert sowie Beben ähnlicher Stärke in den Jahren 1969 und 2016. Bei direkten Vergleichen mit historischen Beben sei jedoch Vorsicht geboten, da ältere Ereignisse oft nicht genau lokalisiert sind.

Giorgos Kavyris, Professor für Seismologie an der Nationalen und Kapodistrischen Universität Athen, äußerte sich deutlich beruhigender. Nach den vorliegenden Daten sei das Beben der Stärke 5,3 sehr wahrscheinlich das Hauptbeben. Er erinnerte daran, dass bereits seit Ende Februar zahlreiche sehr kleine Erschütterungen in derselben Zone registriert worden seien, die sich nun als Vorbeben darstellten. Das bisherige Muster entspreche der „klassischen“ Abfolge aus Vorbeben, Hauptbeben und Nachbeben; die Entwicklung wirke bislang typisch für ein Ereignis dieser Art.

Trotz unterschiedlicher Grade an Vorsicht sind sich die Experten in einem Punkt einig: Für endgültige Prognosen über den weiteren Verlauf der seismischen Aktivität ist es noch zu früh. Der Katastrophenschutz in Epirus bleibt in erhöhter Alarmbereitschaft, koordiniert Einsätze aus regionalen Leitstellen und überwacht weiter die Überprüfung von Gebäuden und Infrastruktur.

Aus Vorsichtsgründen haben mehrere Gemeinden beschlossen, am Montag Schulen und Kindergärten zu schließen. Im Gebiet der Gemeinde Ioannina bleiben alle Bildungseinrichtungen zu, damit Ingenieure der Gemeinde und der Technischen Kammer Griechenlands (Zweigstelle Epirus) statische Kontrollen durchführen können. Auch die Gemeinde Igoumenitsa setzte den Präsenzunterricht aus. Man betont dort, die Maßnahme solle vor allem Inspektionen erleichtern und die aktivste Phase der Nachbeben abwarten helfen; Hinweise auf schwere Schäden an Schulgebäuden gebe es bislang nicht.

Andernorts ließ die Gemeinde Filiates die Grundschule von Leptokarya geschlossen, während andere Schulen erst ab der zweiten Unterrichtsstunde öffneten, um den Prüfteams Zeit zu geben. In der Gemeinde Souli läuft der Schulbetrieb größtenteils normal, doch das Gymnasium und Lyzeum von Paramythia bleiben wegen der Größe und Komplexität der Anlagen solange geschlossen, bis alle Kontrollen abgeschlossen sind. Die Gemeinde Dodoni hat den Unterricht ebenfalls vorübergehend ausgesetzt. In mehreren Gebieten wurde Online-Unterricht organisiert, damit den Schülerinnen und Schülern durch die kurze Schließzeit möglichst wenig Unterricht verloren geht.

Für Einwohner und Besucher wiederholen die Behörden die üblichen Verhaltensregeln bei Erdbeben: nicht in der Nähe alter oder sichtbar beschädigter Gebäude aufhalten, in Bergregionen auf mögliche Felsstürze oder Erdrutsche achten und Gebäude mit Rissen oder anderen offensichtlichen Schäden erst wieder betreten, wenn sie offiziell begutachtet wurden. Seismologen erinnern daran, dass ein Erdbeben der Stärke 5,3 zwar ernst zu nehmen ist und anfällige Bauten beschädigen kann, für großflächige Zerstörungen jedoch in der Regel deutlich stärkere Erschütterungen – meist ab einer Magnitude von 6 – nötig sind.

Die seismische Aktivität in der Zone Thesprotia–Ioannina wird weiter eng überwacht: Wissenschaftler sammeln laufend neue Daten, der Katastrophenschutz koordiniert die lokalen Maßnahmen. Derzeit wird die Lage als ernst, aber beherrschbar beschrieben. Im Mittelpunkt stehen der Schutz der Bevölkerung, die Überprüfung von Gebäuden und die möglichst rasche Rückkehr zum Alltag in den betroffenen Gemeinden.

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