Bauernproteste in Griechenland: Straßenblockaden weiten sich landesweit aus

Lernnachrichten | 02.12.2025

Diese Ausgabe von Lernnachrichten Griechisch blickt darauf, wie Bauern in ganz Griechenland ihren Protest ausweiten, welche wichtigen wirtschaftlichen Veränderungen sie von der Regierung verlangen und warum die Behörden betonen, sie unternähmen bereits genug.

Bauernproteste in Griechenland: Straßenblockaden weiten sich landesweit aus

Die Meldung auf Griechisch

Οι αγρότες1 στην Ελλάδα κλείνουν δρόμους με τα τρακτέρ τους. Διαμαρτύρονται2 γιατί τα έξοδα παραγωγής3 είναι υψηλά και οι τιμές των προϊόντων4 χαμηλές. Ζητούν φθηνότερο καύσιμο, ρεύμα και γρηγορότερες επιδοτήσεις5. Η κυβέρνηση6 λέει ότι βοηθά ήδη, αλλά δεν θέλει κλειστούς δρόμους.

  1. αγρότης  (m.)
    άνθρωπος που καλλιεργεί τη γη και ζει από τη γεωργία ↩︎
  2. διαμαρτύρομαι
    εκφράζω έντονα ότι δεν συμφωνώ με κάτι ή ότι κάτι είναι άδικο ↩︎
  3. παραγωγή  (f.)
    η διαδικασία με την οποία φτιάχνονται προϊόντα ή αγαθά ↩︎
  4. προϊόν  (n.)
    κάτι που παράγεται ή φτιάχνεται για να πουληθεί ή να χρησιμοποιηθεί ↩︎
  5. επιδότηση  (f.)
    χρήματα που δίνει το κράτος για να βοηθήσει μια ομάδα ή έναν κλάδο ↩︎
  6. κυβέρνηση  (f.)
    ομάδα ανθρώπων που διοικεί μια χώρα και παίρνει πολιτικές αποφάσεις ↩︎

Übersetzung

Die Landwirte in Griechenland blockieren mit ihren Traktoren die Straßen. Sie protestieren, weil die Produktionskosten hoch und die Preise für ihre Produkte niedrig sind. Sie fordern günstigeren Treibstoff, billigeren Strom und schnellere Subventionen. Die Regierung sagt, dass sie bereits hilft, möchte aber keine blockierten Straßen.

Textverständnis

Question 1: Wie zeigen die Bauern in Griechenland ihren Protest?

Sie blockieren mit ihren Traktoren Straßen und Autobahnen.

Question 2: Was fordern die Bauern von der Regierung?

Sie verlangen billigeren Treibstoff und Strom sowie schnellere Auszahlung der Beihilfen.

Lernwörter

GriechischDeutsch
αγρότης  (m.)der Bauer
διαμαρτύρομαι sich beschweren / protestieren
παραγωγή  (f.)die Produktion
προϊόν  (n.)das Produkt
επιδότηση  (f.)die Subvention
κυβέρνηση  (f.)die Regierung

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Die Meldung in voller Länge

Überall in Griechenland haben Bäuerinnen und Bauern ihre Straßenblockaden verschärft: Tausende Traktoren stehen auf wichtigen Autobahnen und an Grenzübergängen. Mit ihrem Protest wollen sie auf das aufmerksam machen, was sie als Existenzkrise auf dem Land bezeichnen. Die Blockaden wollen sie erst räumen, wenn die Regierung auf ihre zentralen Forderungen nach niedrigeren Produktionskosten, besseren Erzeugerpreisen und der Auszahlung ausstehender Beihilfen eingeht.

Am sichtbarsten ist der Protest am Verkehrsknoten Nikaia bei Larisa in Mittelgriechenland, wo sich immer mehr Landwirte aus der ganzen Region Thessalien versammeln. Ihr Ziel: mehr als 1.000 Traktoren an diesem Punkt zu konzentrieren. Die Autobahn Athen–Thessaloniki, die wichtigste Verbindung zwischen Nord- und Südgriechenland, ist dort in beiden Richtungen gesperrt; der Verkehr wird auf kleinere Ausweichstrecken gezwungen.

Ein zweiter großer Schwerpunkt liegt an der Autobahn E65 bei Karditsa, wo von mehr als 1.500 Traktoren die Rede ist. Dort haben die Bauern Zelte, Öfen und improvisierte Küchen aufgebaut – ein Signal, dass sie auf einen langen Protest eingestellt sind. Teile der E65 sind am Anschluss Karditsa sowie auf einem Abschnitt zwischen Sofades und Proastio komplett für den Verkehr gesperrt.

In Nordgriechenland haben Landwirte aus der Gemeinde Delta die Mautstelle Malgara auf der Hauptstrecke Richtung Athen blockiert. Eine Fahrbahn bleibt auf unbestimmte Zeit dicht, zusätzlich planen die Bauern tägliche, zeitlich begrenzte Sperrungen der Spur nach Thessaloniki. An anderer Stelle haben mehr als 150 Traktoren die Zufahrt am Grenzübergang Evzoni nach Nordmazedonien versperrt; kleinere Gruppen sorgten für zeitweise Sperrungen bei Doirani und auf der Autobahn Egnatia in der Region Komotini.

Auch in Epirus, Westachaja, Aigialeia, Imathia, Serres und Rodopi wurden Blockaden angekündigt oder bereits umgesetzt. In Epirus etwa haben Traktoren die Nationalstraße zwischen Ioannina und Kakavia am Autobahnkreuz Kalpaki stundenweise dichtgemacht, während sich in Serres Bauern darauf vorbereiten, zum Grenzübergang Promachonas nach Bulgarien zu ziehen. Viele dieser Aktionen verstehen die Organisatoren als Teil einer landesweit abgestimmten Strategie, die in jüngsten Versammlungen beschlossen wurde.

Die Forderungen der Protestierenden ähneln sich im ganzen Land. Sie verlangen geringere Produktionskosten, vor allem bei Treibstoff und Strom, und beklagen, dass die Auszahlungspreise für ihre Produkte in keinem Verhältnis zu den deutlich höheren Ladenpreisen stehen, die Verbraucher zahlen. Außerdem dringen sie auf die schnellere Auszahlung von EU- und nationalen Beihilfen und Entschädigungen – darunter Mittel der griechischen Zahlstelle OPEKEPE und der landwirtschaftlichen Versicherungskasse ELGA. Viehhalter verweisen zusätzlich auf Probleme wie Schaf- und Ziegenpocken, die ihre Bestände erheblich dezimiert hätten.

Vertreter der Bauernverbände kritisieren, jüngste Beihilfezahlungen seien zu spät und zu gering erfolgt; teils seien Beträge einbehalten oder mit anderen Schulden verrechnet worden. Manche prangern zudem eine ungleiche Behandlung im Vergleich zu Personen an, die in der Vergangenheit mutmaßlich unrechtmäßig Gelder erhalten hätten. An mehreren Blockadepunkten, darunter Nikaia und E65, stimmten Versammlungen dafür, den Protest weiter zu verschärfen und die Abstimmung zwischen den Regionen zu verbessern. Viele Beteiligte erklären, sie würden „keinen Schritt zurückweichen“, bevor es konkrete Maßnahmen gibt.

Bauernproteste in Griechenland: Straßenblockaden weiten sich landesweit aus
Bauernproteste in Griechenland: Straßenblockaden weiten sich landesweit aus

Die Mobilisierung erfährt Rückhalt aus anderen Berufsgruppen. Taxifahrer haben einen 48-stündigen landesweiten Streik ausgerufen und wollen sich bei der Blockade in Nikaia zeigen; zugleich schließen sich Viehhalter und Imker in verschiedenen Regionen den Traktorkolonnen an. In Karditsa und Larisa organisieren Bauernverbände zudem Proteste vor Gerichtssälen, um Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen, die sich nach früheren Zusammenstößen mit der Polizei vor Gericht verantworten müssen.

Kommunalpolitiker in Thessalien, darunter der Bürgermeister von Larisa und der Regionalgouverneur von Thessalien, haben die großen Blockaden besucht, um ihre Unterstützung für die Anliegen der Bauern zu signalisieren. Der Gouverneur verurteilte öffentlich gewalttätige Zwischenfälle bei früheren Auseinandersetzungen und versprach, bei den Mobilisierungen „an vorderster Front“ zu stehen. Für viele lokale Verwaltungen in ländlichen Gebieten machen die Proteste vor allem eines sichtbar: seit langem bestehende Strukturprobleme der griechischen Landwirtschaft, verschärft durch jüngste extreme Wetterereignisse mit hohen Schäden.

Die griechische Regierung hingegen bewertet die Straßensperren deutlich kritischer. Regierungssprecher Pavlos Marinakis hat wiederholt betont, „die Straßen müssen offen bleiben“. Lang andauernde Blockaden richteten schweren Schaden bei der übrigen Bevölkerung und in der Wirtschaft an. Er forderte die Polizei auf, die Autobahnen von Traktoren zu räumen, und verwies darauf, dass die Gesetze zur freien Bewegung einzuhalten seien.

Gleichzeitig versichern hochrangige Regierungsvertreter, sie seien zu Gesprächen bereit. Vizepremier Kostis Chatzidakis hebt hervor, die Tür der Regierung stehe „jederzeit für einen Dialog offen“. Er appellierte an die Bauern, abzuwägen, ob andauernde Blockaden nicht andere gesellschaftliche Gruppen und lokale Gemeinschaften gegen ihr Anliegen aufbringen könnten. Nach seinen Worten ist die Regierung überzeugt, bereits erhebliche Schritte zur Unterstützung der Landwirtschaft und zur Reform des Beihilfesystems unternommen zu haben.

Regierungsvertreter verweisen darauf, dass die geplanten Zahlungen von OPEKEPE, Landwirtschafts- und Finanzministerium an die Bauern in diesem Jahr bei rund 3,7 Milliarden Euro liegen sollen – mehr als im Vorjahr. Neue Regeln für die Vergabe und Kontrolle von EU-Agrarzahlungen seien darauf ausgerichtet, mehr Transparenz und soziale Gerechtigkeit zu schaffen, ehrliche Landwirte zu schützen und Rückforderungen der EU-Kommission wegen missbräuchlicher Mittelverwendung zu vermeiden. Zudem hebt die Regierung Steuersenkungen, Dieselrückvergütungen und Entlastungen bei den Stromkosten hervor, die in den vergangenen Jahren eingeführt wurden.

Trotz dieser Zusagen ist der Konflikt vorerst ungelöst. Viele Bauern erklären, sie spürten von den angekündigten Verbesserungen im Alltag wenig und fordern eine sofort wirkende Entlastung von den steigenden Kosten und den Folgen extremer Wetterereignisse. Die Regierung wiederum betont zwar ihre Verhandlungsbereitschaft, stellt aber klar, dass wichtige Verkehrsadern nicht dauerhaft blockiert werden könnten und die Polizei „so schnell und so wirksam wie möglich“ daran arbeiten werde, sie offenzuhalten.

Vorläufig ist die Lage ein Kräftemessen zwischen entschlossenen Bauernverbänden und einer Regierung, die zugleich Unterstützung für die Landwirtschaft signalisieren und die öffentliche Ordnung sichern will. Solange Traktoren von Thessalien bis nach Makedonien und Epirus auf den Autobahnen stehen und neue lokale Versammlungen weitere Aktionen planen, ist offen, wann und wie es zu einem Kompromiss kommt.

Info: Lernnachrichten Griechisch ist ein Angebot von „Lernen wir Griechisch“, einer Sprachschule für Griechisch, in der wir Menschen dabei unterstützen, Griechisch lernen strukturiert und alltagsnah umzusetzen. Wir bieten verschiedene Online-Kurse an, in denen wir Schritt für Schritt beim Erwerb der griechischen Sprache begleiten.


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