Griechischer Journalist und Ex-Regierungssprecher Antonis Kourtis gestorben

Lernnachrichten | 15.03.2026

Die heutige Ausgabe von Lernnachrichten Griechisch blickt auf das Leben des Journalisten und Regierungssprechers Antonis Kourtis – von seiner Kindheit in einer wichtigen nordgriechischen Stadt über das Studium an der Universität bis hin zu seiner langen Karriere in der Presse.

Griechischer Journalist und Ex-Regierungssprecher Antonis Kourtis gestorben

Die Meldung auf Griechisch

Ο Αντώνης Κούρτης ήταν Έλληνας δημοσιογράφος και κυβερνητικός1 εκπρόσωπος2. Γεννήθηκε στη Λάρισα και μεγάλωσε στη Θεσσαλονίκη. Σπούδασε3 νομικά4 και μετά δούλεψε πολλά χρόνια σε εφημερίδες5. Ήταν γνωστός σε όλη την Ελλάδα. Πέθανε σε ηλικία 92 ετών και πολλοί τον θυμούνται με σεβασμό6.

  1. κυβερνητικός
    που έχει σχέση με την κυβέρνηση ή ανήκει στην κυβέρνηση ↩︎
  2. εκπρόσωπος  (m.)
    άτομο που μιλάει ή ενεργεί για λογαριασμό μιας ομάδας, οργανισμού ή αρχής ↩︎
  3. σπουδάζω
    παρακολουθώ σπουδές σε ανώτερο ή ανώτατο εκπαιδευτικό ίδρυμα ↩︎
  4. νομικά  (n.)
    επιστήμη που ασχολείται με τους νόμους και το δίκαιο ↩︎
  5. εφημερίδα  (f.)
    έντυπο που εκδίδεται τακτικά και περιέχει ειδήσεις και άλλα θέματα ↩︎
  6. σεβασμός  (m.)
    βαθιά εκτίμηση και τιμή προς κάποιον ή κάτι ↩︎

Übersetzung

Antonis Kourtis war ein griechischer Journalist und Regierungssprecher. Er wurde in Larisa geboren und wuchs in Thessaloniki auf. Er studierte Rechtswissenschaften und arbeitete danach viele Jahre für Zeitungen. Er war in ganz Griechenland bekannt. Er starb im Alter von 92 Jahren, und viele erinnern sich mit Respekt an ihn.

Textverständnis

Question 1: In welcher Stadt ist Antonis Kourtis aufgewachsen?

Er ist in Thessaloniki aufgewachsen.

Question 2: Was hat Antonis Kourtis studiert, bevor er für Zeitungen arbeitete?

Er hat Rechtswissenschaften studiert.

Lernwörter

GriechischDeutsch
κυβερνητικός regierungs- / Regierungs-
εκπρόσωπος  (m.)Sprecher
σπουδάζω studieren
νομικά  (n.)Jura / Rechtswissenschaft
εφημερίδα  (f.)Zeitung
σεβασμός  (m.)Respekt

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Die Meldung in voller Länge

Der renommierte griechische Journalist Antonis Kourtis, der unter dem damaligen Ministerpräsidenten Andreas Papandreou auch als Regierungssprecher fungierte, ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Griechische Medien würdigen ihn als prägende Figur der Medienlandschaft in Thessaloniki und als Persönlichkeit, die auch in der nationalen Politik und im öffentlichen Leben eine Rolle spielte.

Kourtis wurde im Februar 1934 in Larissa geboren und verbrachte seine Kindheit in den schweren Jahren der deutschen Besatzung Griechenlands im Zweiten Weltkrieg. Sein Vater wurde 1941 verhaftet, im Athener Averoff-Gefängnis inhaftiert und später in ein Konzentrationslager in Italien deportiert. Kourtis wuchs in Thessaloniki auf, studierte Rechtswissenschaften an der Aristoteles-Universität Thessaloniki und arbeitete zunächst als Anwalt, bevor er in den Journalismus wechselte.

Seine journalistische Laufbahn begann 1961 bei den Zeitungen „Eleftheros Laos“ und „Drasi“. Später wechselte er zur Zeitung „Thessaloniki“, wo er schließlich Chefredakteur wurde. Unter seiner Leitung erreichte das Blatt nach Berichten hohe Auflagen und galt als eine wichtige tägliche Stimme der Stadt, die über zentrale Entwicklungen in Griechenland und im Ausland berichtete. Kourtis arbeitete eng mit dem Verleger der Zeitung, Ioannis Vellidis, zusammen.

Während der Militärdiktatur in Griechenland (1967–1974) war Kourtis zudem Korrespondent der Agence France-Presse (AFP) und wirkte am griechischsprachigen Programm des Schwedischen Rundfunks mit. Griechische Berichte halten fest, dass er und seine Kolleginnen und Kollegen teils nach Wegen suchten, trotz strenger Zensur durch die Behörden brisante Meldungen zu veröffentlichen.

Griechischer Journalist und Ex-Regierungssprecher Antonis Kourtis gestorben
Griechischer Journalist und Ex-Regierungssprecher Antonis Kourtis gestorben

Mitte der 1980er-Jahre rückte Kourtis direkt in den Bereich der staatlichen Öffentlichkeitsarbeit. 1985 wurde er in der Regierung des sozialistischen Regierungschefs Andreas Papandreou zum Generalsekretär für Presse und Information ernannt. Im Jahr darauf, 1986, übernahm er das Amt des offiziellen Regierungssprechers. In dieser Funktion stellte er sich täglich den Fragen der Parlaments- und Politikjournalisten. Weithin bekannt wurde er durch den Satz „alli erotisi“ (Griechisch für „nächste Frage“ oder „eine andere Frage“), den er nach übereinstimmenden Berichten verwendete, wenn er heikle oder unangenehme Fragen nicht beantworten wollte. Für manche Journalistinnen und Journalisten wurde diese Formel zu einem einprägsamen Symbol seines Kommunikationsstils.

Über die Politik hinaus war Kourtis eng mit der Internationalen Messe Thessaloniki (DETH) verbunden, einer der wichtigsten Messen Griechenlands. Er wurde zum Präsidenten der DETH berufen und gilt in griechischen Medien als ihr dienstältester Vorsitzender. In seine Amtszeit fiel die Fertigstellung des Messegeländes in Marousi bei Athen. Als Anerkennung für seine Verdienste verlieh ihm die Leitung der DETH-Helexpo eine Gedenkplakette und benannte einen Saal im Konferenzzentrum „Ioannis Vellidis“ in Thessaloniki nach ihm.

Seit Mitte der 1990er-Jahre bekleidete Kourtis weiterhin führende Positionen in der griechischen Presse. 1995 übernahm er die Verantwortung für die wöchentliche Beilage „Nordgriechenland“ in der landesweit erscheinenden Zeitung „Kathimerini“. Zwischen 2000 und 2007 leitete er die Zeitungen „Aggelioforos“ und „Aggelioforos tis Kyriakis“ (die Sonntagsausgabe) in Thessaloniki.

Kourtis engagierte sich auch in Berufsverbänden. Er wurde für insgesamt acht Jahre zum Präsidenten der Union der Tageszeitungsjournalisten von Makedonien–Thrakien (ESIEMTH) gewählt. Für seine langjährige Tätigkeit und seinen Beitrag zum Journalismus zeichnete ihn die Kulturstiftung des Verbandes aus. Diese Funktionen zeigen, dass sein Einfluss weit über einzelne Redaktionen hinausreichte – hinein in die breitere Gemeinschaft der Journalistinnen und Journalisten in Nordgriechenland.

Nach Berichten der griechischen Presse verfolgte Kourtis die Entwicklungen im Mediensektor bis zuletzt aufmerksam. Er soll sich besorgt über die Zukunft der gedruckten Presse geäußert haben, insbesondere über das Fehlen einer großen, breit verbreiteten Tageszeitung in Thessaloniki – einer Rolle, die Blätter wie „Thessaloniki“ einst gespielt hatten. Mit seinem Tod verliert das Land eine Persönlichkeit, die die Nachkriegsära des griechischen Journalismus, die Jahre der Diktatur, den demokratischen Übergang und den Wandel der Medienlandschaft im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert miteinander verbindet.

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