Sturm „Adele“ löst Überschwemmungen und Erdrutsche in ganz Griechenland aus

Lernnachrichten | 03.12.2025

In der heutigen Ausgabe von Lernnachrichten Griechisch geht es darum, wie Sturm Adele verschiedene Teile Griechenlands getroffen hat – und was örtliche Bewohner und Fachleute fordern, damit ähnliche Schäden beim nächsten schweren Unwetter verhindert werden.

Sturm „Adele“ löst Überschwemmungen und Erdrutsche in ganz Griechenland aus

Die Meldung auf Griechisch

Η κακοκαιρία1 «Αντέλα» έφερε πολύ δυνατή βροχή στην Ελλάδα. Έγιναν πλημμύρες2, κατολισθήσεις3 και ζημιές4 σε δρόμους και σπίτια σε Θάσο, Ήπειρο, Κέρκυρα και Αθήνα. Κάτοικοι και ειδικοί λένε ότι υπάρχουν παλιά προβλήματα με τα ρέματα5 και τα έργα. Ζητούν καλύτερη προστασία από μελλοντικές καταιγίδες6.

  1. κακοκαιρία  (f.)
    πολύ άσχημος καιρός με βροχή, αέρα, κρύο ή καταιγίδες ↩︎
  2. πλημμύρα  (f.)
    πολύ νερό που βγαίνει έξω από ποτάμι ή θάλασσα και σκεπάζει δρόμους ή σπίτια ↩︎
  3. κατολίσθηση  (f.)
    όταν πολλή γη ή πέτρες πέφτουν ξαφνικά από ένα βουνό ή πλαγιά ↩︎
  4. ζημιά  (f.)
    φθορές ή σπάσιμο σε κτίρια, πράγματα ή δρόμους ↩︎
  5. ρέμα  (n.)
    στενό φυσικό κανάλι όπου τρέχει νερό, συνήθως μικρό ποτάμι ↩︎
  6. καταιγίδα  (f.)
    δυνατή βροχή με πολύ αέρα, συχνά με αστραπές και βροντές ↩︎

Übersetzung

Der Sturm „Antela“ brachte sehr starken Regen nach Griechenland. Es kam zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Schäden an Straßen und Häusern auf Thasos, in Epirus, auf Korfu und in Athen. Bewohner und Fachleute sagen, dass es alte Probleme mit den Bächen und den Bauarbeiten gibt. Sie fordern einen besseren Schutz vor zukünftigen Unwettern.

Textverständnis

Question 1: Welche weiteren Schäden außer Überschwemmungen und Erdrutschen hat Sturm Adele in Griechenland verursacht?

Er hat Straßen beschädigt und Häuser in Mitleidenschaft gezogen.

Question 2: Was fordern Anwohner und Fachleute nach Sturm Adele?

Sie fordern einen besseren Schutz vor zukünftigen Unwettern.

Lernwörter

GriechischDeutsch
κακοκαιρία  (f.)Unwetter
πλημμύρα  (f.)Überschwemmung
κατολίσθηση  (f.)Erdrutsch
ζημιά  (f.)Schaden
ρέμα  (n.)Bach
καταιγίδα  (f.)Gewittersturm

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Die Meldung in voller Länge

Das Unwettertief „Adele“ hat in mehreren Regionen Griechenlands schwere Überschwemmungen, Erdrutsche und Schäden an der Infrastruktur verursacht – von der Nordinsel Thasos und den Bergen von Epirus bis in den Großraum Athen. Kommunalbehörden, Fachleute und Anwohner sprechen von einer Kombination aus ungewöhnlich heftigen Regenfällen und seit Jahren ungelösten Problemen beim Hochwasserschutz und in der Stadtplanung.

Auf der Insel Thasos reichten im Raum der Dörfer Panayia und Potamia bereits zwei Stunden wolkenbruchartiger Regenfälle, um Straßen in reißende Bäche zu verwandeln. Wohnhäuser und Hotelkeller liefen voll Wasser, abgestellte Autos wurden von den Fluten mitgerissen. Die Feuerwehr verzeichnete allein im Küstenort Skala Potamias mehr als 30 Einsätze zum Abpumpen von Wasser; ein Autofahrer musste gerettet werden, nachdem sein Wagen von den Wassermassen abgetrieben worden war.

Die Menschen auf Thasos „zählten ihre Verluste“, als sich das Wasser wieder zurückzog. Einige erinnerten daran, dass dieselben Gebiete schon 2019 überflutet wurden. Zwar seien seither einzelne technische Maßnahmen umgesetzt worden, insgesamt brauche die Insel aber deutlich robustere, langfristige Hochwasserschutzanlagen. Lokalvertreter betonten, dass der Schaden diesmal auch deshalb begrenzt blieb, weil der Winter eine vergleichsweise ruhige Touristensaison bedeutet – Einsatzkräfte konnten sich leichter bewegen und schneller reagieren.

Auch im Nordwesten Griechenlands wütete das Unwetter. In den Tzoumerka‑Bergen erreichte die Regenmenge innerhalb einer Woche nahezu den üblichen Jahreswert der Region – rund 1.000 Millimeter. Nach Angaben des Geologen Dr. Evangelos Nikolaou von der Griechischen Behörde für Geologische und Bergbauliche Forschung (EAGME) lösten diese außergewöhnlichen Niederschläge großflächige Erdrutsche aus und verursachten massive Erosion.

In der Gemeinde Dodoni sackte eine wichtige Verbindungsstraße zwischen Agios Andreas und der Achse Tyrria–Sistrouni stark ab und wurde unpassierbar. Rund um Ioannina blockierten herabgestürzte Felsbrocken steile Bergstraßen. Im Dorf Agnanta hängen nach Erdrutschen einige Häuser nun förmlich am Abgrund – die Sorge um die Standfestigkeit der Gebäude und die Sicherheit der Bewohner wächst.

Ähnlich angespannt ist die Lage auf der Insel Korfu, vor allem an der Westküste. Anhaltende Erdrutsche schleuderten Felsen auf die Hauptstraßen nach Konto Gialos und Glyfada. Am Strand von Glyfada strömt noch Tage nach dem heftigsten Regenfall Schmelz‑ und Regenwasser aus den umliegenden Bergen talwärts, unterspült Fahrbahnen und setzt örtliche Betriebe zusätzlich unter Druck – viele waren nach dem Ende der Touristensaison ohnehin angeschlagen.

In der Region Attika mit der Hauptstadt Athen schlug Sturm Adele innerhalb von 24 Stunden gleich zweimal zu. Heftige Schauer verwandelten Straßen in Likovrysi und Metamorfosi kurzfristig in Flussläufe. In Neo Psychiko und Nea Kifisia berichteten Anwohner von einer plötzlichen Böenwalze, von einigen als „kleiner Tornado“ beschrieben, die Bäume entwurzelte, Mauern einriss und parkende Autos beschädigte.

Sturm „Adele“ löst Überschwemmungen und Erdrutsche in ganz Griechenland aus
Sturm „Adele“ löst Überschwemmungen und Erdrutsche in ganz Griechenland aus

In Kifisia beseitigten kommunale Einsatztrupps umgestürzte Stämme und Äste von Straßen und Gehwegen. Nach Angaben des stellvertretenden Bürgermeisters Giorgos Kasnaferis stürzten binnen weniger Stunden mindestens 15 Bäume um; die Feuerwehr in Attika erhielt rund 30 Notrufe im Zusammenhang mit dem Zersägen und Entfernen von Bäumen. Die Behörden betonten, man werde die Aufräumarbeiten und Baumkontrollen fortsetzen, da weiterer Regen erwartet werde.

Im Zentrum Athens bereitete die Brücke über den Bach Prophet Daniel in der Salaminiou‑Straße besondere Sorgen. Die Stadt Athen warnte, die Brückenkonstruktion sei teilweise eingestürzt; der Verkehr wurde für alle Fahrzeuge gesperrt. Das Risiko galt als erheblich, weil die Route normalerweise auch von schweren Lastwagen genutzt wird. Die Lage verschärfte sich, als am Samstagmorgen unter der Brücke ein Feuer ausbrach – in einem Bereich mit Hochspannungsleitungen. Die Feuerwehr musste erneut im Notfall ausrücken.

Die städtische Polizei und die technischen Dienste richteten Verkehrsumleitungen ein und leiteten eine dringende Überprüfung der Standfestigkeit der Brücke ein. Ein Team des öffentlichen Stromnetzbetreibers DEDDIE inspizierte die Anlage ebenfalls. Die Stadtverwaltung kündigte an, die Bevölkerung über den Zustand der Brücke und notwendige Reparaturmaßnahmen laufend zu informieren – und unterstrich, dass der Schutz kritischer Infrastruktur in Zeiten immer häufiger auftretender extremer Wetterereignisse oberste Priorität haben müsse.

Der Sturm legt zudem seit Langem bekannte Entwässerungs‑ und Planungsmängel in einigen Athener Vierteln schonungslos offen. Im nordöstlichen Stadtteil Rizoupoli sorgten die jüngsten Regenfälle erneut für überflutete Straßen und vollgelaufene Keller. Ein Team aus Vermessern und Ingenieuren namens „Geomythiki“ warnt seit Jahren, Teile des Podoniftis‑Bachs und seiner Zuflüsse verliefen direkt unter Wohnhäusern.

Nach ihren Recherchen fließt das Wasser eines Podoniftis‑Nebenarms seit rund 25 Jahren unter einem dreistöckigen Wohnblock in Rizoupoli hindurch und mündet anschließend in den Kifisos. In einem Gebäude mit 11 Wohnungen in der Tanaidos‑Straße schießt bei starkem Regen das Wasser zunächst durch den Keller, tritt am hinteren Ende des Hauses wieder aus und setzt die nächste Straße unter Wasser. Treibgut, das der Bach mit sich führt, kann den Auslass verstopfen und die Gefahr plötzlicher Überschwemmungen weiter erhöhen.

In der Nähe befinden sich zudem eine weiterführende Schule und ein Kinderspielplatz, nur wenige Meter vom unterirdischen Wasserlauf entfernt. Anwohner berichten, sie fürchteten bei jeder Unwetterwarnung um ihre Häuser und ihre persönliche Sicherheit. Manche Eigentümer scheinen sich nach Jahren ohne dauerhafte Lösung allerdings mit der Situation abgefunden zu haben.

Das Geomythiki‑Team hat ähnliche Fälle in anderen Athener Bezirken dokumentiert, darunter in Polygono und Peristeri, wo die Bebauung frühere natürliche Bachläufe teilweise überdeckt oder stark verengt hat. Im Vergleich von Aufnahmen vor drei Jahren mit den Bildern der jüngsten Unwetter kommt die Gruppe zu dem Schluss, „die Gefahr bleibt bestehen“ – sichtbare Verbesserungen gebe es kaum.

Die Ingenieure fordern einen umfassenden Plan, um sämtliche Bachläufe und Entwässerungskanäle, insbesondere in dicht besiedelten Stadtgebieten, systematisch zu erfassen und zu sichern. Eine klare Kennzeichnung dieser Wasserwege und angepasste Bau‑ und Planungsregeln könnten, so ihre Argumentation, Schäden begrenzen und Leben schützen, wenn künftige Stürme über das Land ziehen. Eine einheitliche, landesweite Strategie haben die zuständigen Behörden bislang nicht vorgelegt – doch die jüngsten Folgen von Sturm Adele heizen die Debatte darüber an, wie sich Griechenland auf immer heftigere Wetterextreme einstellen muss.

Info: Lernnachrichten Griechisch ist ein Angebot von „Lernen wir Griechisch“, einer Sprachschule, die sich auf Griechisch als Fremdsprache spezialisiert hat und unter anderem den Sprachkurs Griechisch online anbietet. Wir konzipieren unsere Kurse so, dass Lernende in unterschiedlichen Niveaustufen strukturiert an der Sprache arbeiten können.


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