Die Meldung auf Polnisch
- dolina (f.)
Tal, das (Pl. Täler): eine Geländesenke zwischen Hügeln oder Bergen, häufig mit einem Fluss auf der Sohle. ↩︎ - zlodowacenie (n.)
Eiszeit, die: ein Abschnitt der Erdgeschichte, in dem weite Landstriche von Eis und Gletschern bedeckt waren. ↩︎ - lodowiec (m.)
Gletscher, der: eine große Eismasse, die sich langsam über die Erdoberfläche bewegt. ↩︎ - osad (m.)
Sediment, das: Materialien wie Sand, Kies oder Schlamm, die durch Wasser oder Wind transportiert und abgelagert wurden. ↩︎ - jaskinia (f.)
Höhle, die: ein natürlicher Hohlraum oder eine Öffnung im Fels oder unterhalb der Erdoberfläche. ↩︎ - tworzyć
formen: bewirken, dass etwas entsteht oder existiert; etwas Neues gestalten. ↩︎
Übersetzung
Textverständnis
Question 1: Wie viel Prozent der Taltiefe war bereits vor 1,6 Millionen Jahren vorhanden?
Question 2: Was untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um diese Entdeckung zu machen?
Lernwörter
| Polnisch | Deutsch |
|---|---|
| dolina (f.) | |
| zlodowacenie (n.) | |
| lodowiec (m.) | |
| osad (m.) | |
| jaskinia (f.) | |
| tworzyć | |
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Die Meldung in voller Länge
Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die tiefen Täler der nördlichen Tatra größtenteils durch Flüsse entstanden sind – Millionen von Jahren bevor die größten Vergletscherungen der Region einsetzten. Dies stellt lange gehegte Annahmen darüber in Frage, wie die Landschaft ihr heutiges Aussehen erlangt hat.
Die Forschenden stellten fest, dass bereits etwa 80 % der heutigen Tiefe der untersuchten Täler vor rund 1,6 Millionen Jahren vorhanden war – noch vor den bedeutendsten Gletscherperioden in der Tatra. Die Täler erreichen eine Gesamttiefe von rund 700 Metern. In den seither vergangenen rund 1,6 Millionen Jahren vertieften sich die Haupttäler der nördlichen Tatra trotz intensivster Vergletscherungen nur um weitere 100 bis 200 Meter.

Das Team gelangte zu diesen Schlussfolgerungen, indem es Sedimente analysierte, die in Höhlensystemen der Tatra erhalten geblieben sind. Material, das vor Millionen von Jahren durch fließendes Wasser in das Erdinnere gelangte, wurde vom Oberflächengeschehen abgeschlossen und bewahrte so ein Archiv, das die Erosion an der Oberfläche längst vernichtet hatte. Die Forschenden untersuchten 32 Messpaarungen kosmogener Isotope – Aluminium-26 und Beryllium-10 – in quarzhaltigen Sedimenten und ermittelten dabei 24 vollständig bestimmte Datierungen sowie sechs Mindestalterschätzungen.
Ein zentraler Befund betrifft die Geschwindigkeit, mit der sich die Täler im Laufe der Zeit vertieften. Zwischen etwa 2,2 und 1,6 Millionen Jahren vor heute fraßen sich die Täler mit einer Rate von rund 100 bis 250 Metern pro Million Jahre in den Untergrund. In den vergangenen 800.000 Jahren – dem Zeitraum der stärksten Vergletscherungen – sank diese Rate auf etwa 27 bis 67 Meter pro Million Jahre. Wären Gletscher die treibende Kraft hinter der Talvertiefung gewesen, hätten die Forschenden einen Anstieg der Rate erwartet, keinen Rückgang.
Dr. Jacek Szczygieł, ein an dem Projekt beteiligter Wissenschaftler, bezeichnete dies als starken Beleg dafür, dass Gletscher nicht für die hauptsächliche Geländeformung verantwortlich waren.
Fortgeschritten: Berichte aus Polen
- Tatra-Täler durch Flüsse geformt, nicht durch Gletscher? Neue Studie (National Geographic Przyroda)



